Donnerstag, 24. April 2014

Körndlbrot samt passendem Aufstrich

Eine kleine Auswahl an Körnern, die man für dieses Brot verwenden kann - und wie man sehen kann, kann man die Körner auch wie Reis kochen, was der ursprüngliche Zweck dieser Mischung ist.
Vor einiger Zeit habe ich tolle Mehle geschenkt bekommen: Einkornmehl und Purpurweizenmehl, dazu eine Kornmischung - danke Jüf! Und nachdem ich in meiner Bäckerinnenkarriere ja erst am Anfang stehe, wurde mir vom edlen Spender auch noch das passende Rezept geliefert. Dieses Brot ist eines meiner liebsten, das ich nun schon einige Male nachgebacken habe. Mehle und Kornmischung sind verbraucht, Körnernachschub ist aber schon im Haus, damit ich nicht in die Verlegenheit komme, diese Brot eventuell nicht mehr backen zu können.

Meine Erfahrung mit dem Brot: Am besten einen Tag vor der Verwendung backen. Direkt nach dem Auskühlen ist die Krume relativ klebrig. Kann das Brot eine Nacht auf einem Gitter ruhen, gibt es kein verschmiertes Messer beim Schneiden.


Sauerteig:
180 g Roggenvollkornmehl
180 ml Wasser (ca. 35 °C)
50 g Anstellgut - das Wort, das mich so lange das Fürchten gelehrt hat ... ;)

Zutaten verrühren und ca. 16 Stunden zugedeckt reifen lassen.


Quell- bzw. Kochstück:
100 g Kornmischung (mögliche Körner siehe Foto)
100 g Getreideflocken
75 g Sonnenblumenkerne
25 g Leinsamen
200 ml Wasser, heiß
8 g Salz

Hier führen zwei Wege ans Ziel: Entweder man lässt die Zutaten quellen oder man kocht sie. Ich finde die Quell-Variante besser, weil ich das Gefühl habe, die Körner behalten ein bissi mehr Biss.

Quellen: Die trockenen Zutaten mischen, mit heißem Wasser übergießen, durchrühren und 16 Stunden zugedeckt quellen lassen, dabei gelegentlich umrühren.

Kochen: Körndlmischung mit 200 ml Wasser zum Kochen bringen, zugedeckt ca. 40 Minuten sanft köcheln lassen. Danach vom Herd nehmen, die übrigen Zutaten einrühren, alles 2 Stunden quellen lassen.


Hauptteig:
Sauerteig
Quell- oder Kochstück
300 g Einkornvollkornmehl (oder Purpurweizen-Vollkornmehl)
150 ml Wasser (ca. 35 °C)
10 g Backmalz (ich nehme lieber 1 EL Honig)
7 g Salz
Sonneblumenöl und (Hafer)-Flocken für die Form

Alle Zutaten auf der kleinsten Stufe in der Küchenmaschine 5 Minuten verkneten, 1 Stunde zugedeckt gehen lassen, einmal mit der Faust zusammenstoßen, eine Kastenform fetten und mit Getreideflocken ausstreuen, Form befüllen, Teig mit Flocken bestreuen und zugedeckt gehen lassen - laut Rezept auf das doppelte Volumen, aber das wird bei mir leider nichts, auch nach 2 Stunden war der Teig nur um 1/3 aufgegangen, mehr war nicht drinnen.

Bei 230 °C Heißluft (250 °C Ober-/Unterhitze) für 15 Minuten und dann weitere 45 Minuten bei 180 °C Heißluft (200 °C Ober-/Unterhitze) backen.


Der Teig ist sehr schwer und wie man sieht, macht sich das beim Aufgehen bemerkbar: Bei mir ist das Brot im oberen Teil immer viel grober in der Porung, unten dichter. Aber das tut dem guten Geschmack keinen Abbruch.


Und das ist nun der Aufstrich. DER Aufstrich.

Seit ich dieses Rezept bei Valentinas Kochbuch gesehen habe, habe ich ihn schon einige Male nachgemacht. So einfach und so gut! Vor allem auch ein Aufstrich, der ganz ohne Frischkäse oder Butter auskommt. Dennoch ist er wunderbar cremig und streichfähig. Man muss halt drauf achten, dass die Avocados wirklich reif sind, denn sonst ist es unmöglich, sie mit der Gabel zu zergatschen.


Zutaten
2 Avocados
1 TL Zitronensaft
1 Frühlingszwiebel
2 TL Rotisseur-Senf (das ist sehr grobkörniger Senf, der bei diesem Rezept nicht durch irgendeinen anderen Senf ersetzbar ist)
Salz
grober schwarzer Pfeffer
evtl. 1 Paradeiser (nachdem ich keine gschmackigen bekommen habe, bei mir ohne Paradeiser)


Zubereitung
Die Avocados teilen, das Fruchtfleisch aus der Schale herauslösen und in eine Schüssel geben. Damit die Avocado sich nicht braun verfärbt, gleich etwas Zitronensaft über das Fruchtfleisch geben. Alles mit einer Gabel zermantschen und gut verrühren.
Frühlingszwiebel in ganz feine Ringe schneiden, mit dem Senf zur Avocado geben, mit Salz und grobem schwarzem Pfeffer würzen. Sollte ein guter Paradeiser zur Hand sein, diesen entkernen, klein schneiden und auch einrühren.

Gerüchteweise habe ich gehört, dass auch getrocknete Paradeiser sich sehr gut in dem Aufstrich machen, das habe ich aber noch nicht getestet.

Das war's schon. Nur mehr aufs Brot streichen und essen.


Erfreulicherweise kann man den Aufstrich auch vorbereiten. Schlimmstenfalls verfärbt sich die Oberfläche ein wenig, aber einmal umrühren und schon ist alles wieder wunderbar hellgrün. Eine Farbe, die man in der tristen Jahreszeit dringend brauchen kann!


Pssst, schmeckt auch sehr gut mit diesen Teigplättchen aus dem Sackel als Snack. Wobei es bei mir solches Fertigzeugs natürlich nie, nie, nie geben würde ... *hust* ;)


Und wieder einmal tierfrei, also ab damit zum Tierfreitag!

tierfreitag

Dienstag, 22. April 2014

Beim Wrenkh mit der Bine

Jetzt geht sie schon wieder essen! Ja! Und es sind noch einige Lokale in der Warteschleife - nur so zur Vorwarnung.

Dieses Mal war ich mit der Bine von Bine kocht unterwegs - nicht zum ersten Mal, aber wir kamen zum ersten Mal auf die Idee, das Essen gemeinsam zu bloggen. Und schön wie es war, haben wir beschlossen, es wird auch nicht das letzte Mal gewesen sein.

Der Wrenkh ist in Wien mittlerweile eine Institution. Mir gefällt die Ausrichtung, dass es sehr viel Vegetarisches gibt, und wenn Fleisch, dann von glücklichen Viechern. Die Küche ist stark saisonal und regional ausgerichtet. Und die Kunden danken es den Lokalbetreibern: Das Lokal war voll!

Bine und ich waren zu einem Mittagessen dort. Es gibt eine Menükarte für mittags, man kann auch nur zwei aus den drei Gerichten wählen. Oder etwas ganz anderes, denn es gibt natürlich auch eine normale Speisekarte.




Bine entschied sich für eine Süßkartoffelsuppe, die offensichtlich gut war.

Und da sieht man, wieso die Bine so schlank bleibt: Sie hat einen kleinen  Salat mit gebratenem Filet bestellt. Auch hier war Bine mit ihrer Entscheidung zufrieden.

Da hingegen sieht man, wieso die Turbohausfrau nie schlank werden wird: Risotto! Und nachdem ich das gegessen habe, kann ich ein bissl mehr drüber schreiben. Das Brennnesselrisotto war ganz wunderbar! Die Konsistenz vom Reis war perfekt und es waren ordentlich viele Brennnesseln drinnen, denn das Risotto war dunkelgrün. Und das, was man oben drauf sieht, sind knusprig gebratene Tofu-Würfelchen. Man kann Tofu also wirklich ganz toll knusprig braten, habe ich festgestellt. Das habe ich bisher noch nie gemacht, aber muss es unbedingt einmal ausprobieren.




Hier noch der Direktlink zu Bines Lokalkritik: click

Liebe Bine, es war ein schönes Essen mit dir! Jederzeit gern wieder.


Samstag, 19. April 2014

Rhabarber-Topfen-Strudel-Dinger

Eigentlich hätte es ein gerollter Strudel werden sollen, aber dann war mir danach, es mal anders zu probieren. Übrigens ist das ein Rezept, zu dem ich wirklich gekauften Strudelteig aus dem Packerl bevorzuge. Wer schon einmal probiert hat, Strudelpackerln aus selbst gemachtem Strudelteig zu machen, weiß wahrscheinlich, wieso das so schlecht geht: Der Vorteil des händisch gezogenen Teiges ist hier der Nachteil, nämlich dass er gar so hauchdünn, zart und weich ist und daher sehr leicht reißt. Es kann sein, dass es einen händisch gezogenen Strudelteig gibt, der so etwas aushält, aber ich kenn halt kein solches Rezept. Und dadurch ist das hier wirklich Fast Food. Die Topfenfülle ist im Nu zusammengerührt und essen sollte man die Dinger am besten warm - also ruck-zuck gemacht und ganz sicher genau so schnell aufgegessen.


Zutaten:
1/2 kg Topfen (20 %)
100 g Butter, zimmerwarm
100 g Zucker (Staubzucker oder Backzucker)
3 Eier, getrennt in Dotter und Klar
1/8 l Sauerrahm
Schale einer halben Biozitrone
1 EL selbst gemachter Vanillezucker
1 Prise Salz
1/2 kg Rhabarber
1 Packung Strudelblätter
Butter zum Bepinseln der Teigblätter und zum Ausbuttern der Muffinförmchen
einige Blättchen Zitronenmelisse oder Zitronenverbene
Staubzucker zum Bestreuen


Zubereitung:
Backrohr auf 180 Grad (Ober-/Unterhitze) vorheizen.

Rhabarber waschen, schälen und in Stücke schneiden.

Eine Muffinform mit flüssiger Butter gut einpinseln.

Die drei Eiklar mit der Prise Salz halb fest aufschlagen, dann die Hälfte vom Zucker dazugeben und zu festerem Schnee schlagen.
In einer zweiten Rührschüssel die Butter mit den Eigelb und der zweiten Hälfte vom Zucker, dem Vanillezucker und der Zitronenschale aufschlagen - man kann die Quirlen vom Schneeschlagen verwenden und muss sie nicht extra abwaschen. Zu diesem Abtrieb rührt man Topfen und Sauerrahm.
Den geschlagenen Schnee unter diese Masse heben.
 
Den ganzen Strudelteig auf einem Geschirrhangerl ausbreiten und in 36 Quadrate schneiden - das geht recht gut, wenn man sich an der Faltung der Strudelteigblätter orientiert. Immer ein Quadrat mit flüssiger Butter bestreichen, ein zweites Quadrat drauflegen, ebenfalls bestreichen, ein drittes Quadrat drauflegen, bestreichen, ab damit in die Muffinform und so einlegen, dass der Strudelteig in der Mitte eine Öffnung für die Fülle hat. Den ganzen Strudelteig so verarbeiten, bis alle Mulden der Muffinform befüllt sind. Dann die Topfenfülle auf die Förmchen verteilen, schlussendlich die Rhabarberstücke in die Topfenfülle stecken.

Ca. 25 - 30 min. backen, bis der Strudelteig goldgelb ist. Etwas überkühlen lassen - so richtig heiß bringt man diese Dinger nicht aus der Form raus, die Fülle muss sich ein wenig setzen, dann  klappt das super. Man sollte auch nicht warten, bis alles ganz ausgekühlt ist, denn erstens schmecken die Dinger warm am allerbesten und zweitens pappt sonst eventuell der Strudelteig in der Form fest.

Mit gehackten Kräutern und Staubzucker bestreuen, essen. Auch wenn sie noch so gut sind: Nicht alle auf einmal! ;)





Die Simone von der S-Küche - also ihr Blog wird ein Jahr alt, da gratuliere ich ganz herzlich! Vor allem macht sie ein Event, bei dem regionale Zutaten verwendet werden sollen, und das finde ich sehr unterstützenswert!
Alles Gute zum Geburtstag und auf viele weitere Jahre!

Aprilfrisch - das regionale Event von S-Küche (Einsendeschluss 1. Mai 2014)

Donnerstag, 17. April 2014

Eier Saltimbocca

Es ostert und meine Freundin, die Giftige Blonde, sucht Ostereier. Da kriegt sie direkt eines von mir, wie es sich gehört im grünen Körbchen.

Schnell gemacht sind sie, einfach, schmecken gut und machen echt was her. Gut als Jause oder Vorpeise, die doppelte Menge und ein Stück Brot dazu und man hat ein feines Abendessen.




Für 2 kleine Portionen:
2 Eier
4 Scheiben Rohschinken (wenn kleinformatig, großformatiger wie Prosciutto reichen 2 Scheiben)
4 große Salbeiblätter
1 TL Sonnenblumenöl
Salzflocken

2 Hände voll Babyspinat - bei mir die kleinen inneren Blättchen vom Wurzelspinat
Salz
Pfeffer
1 TL flüssigen Honig
1 TL Dijon-Senf
2 EL Sonnenblumenöl
1 EL milden Weißweinessig

Die Eier je nach Größe 3 bis 4 Minuten kochen, abschrecken, schälen. Zwei Salbeiblätter auf ein Ei legen und den Rohschinken rundumadum wickeln. Das Öl in einer Pfanne erhitzen, aber nicht zu heiß werden lassen, der Schinken soll sanft brutzeln und nicht wild braten. Die Eier immer drehen, damit sie rundherum angebraten werden.

Währenddessen den Spinat gut waschen, trocken schleudern. Alle Zutaten für die Marinade ordentlich vermischen (Schneebesen oder in einem Glas mit Schraubverschluss kräftig schütteln), Spinatblätter marinieren und damit ein Salatbett auf einem Teller machen. Eier halbieren, auf den Spinat setzen und mit Salzflocken (Maldon-Salz, Fleur de Sel oder so irgendwas) bestreuen.



Was es nach dem Essen zu sagen gibt: Hat sehr gut geschmeckt! Irgendwo - wenn ich nur wüsste, wo das war - habe ich gelesen, wenn Eier einmal gegart sind, garen sie bei einem weitere Garvorgang nicht weiter. Öhm, ja, das hier wäre der Gegenbeweis, denn so schauen 3 Minuten gegarte Eier ganz sicher nicht aus, die haben beim Braten auf jeden Fall noch einmal gut zugelegt im Garzustand. Schön wäre es, wenn das Eigelb rinnen würde, aber da müsste man die Hitze beim Braten ordentlich erhöhen. Ich mag nur so ganz heftig gebratenen Rohschinken nicht gar so gern.

Dienstag, 15. April 2014

Osterpinze

Wieder einmal haben die Giftige Blonde und ich über Essen und Kochen geredet und vor allem über das bevorstehende Osterfest. In Österreich ist es die Tradition, dass es zu Ostern Pinze gibt - und wie vor Weihnachten kann man Pinzen schon 2 Monate vorher überall kaufen. So richtig glücklich waren wir nach diversen Versuchen mit gekauften Pinzen nicht. Ausnahmsweise sind wir uns einmal einig: Da fehlt überall Anis!
Und eigentlich sind wir so unterschiedlich wie Tag und Nacht, denn dann gingen unsere Meinungen schon wieder total auseinander: Sie mag süße Pinzen, am besten mit Zuckerguss, ich mag relativ neutrale Pinzen, zu denen man auch gut Schinken essen kann.
Uns hat sich dann noch die liebe Friederike Fliederbaum angeschlossen und wir haben uns ans Werk gemacht und jede hat ihre Lieblingspinze gebacken.


Mein Rezept stammt von einer Wiener Bäckerfamilie, der Familie Ströck, die eine Bäckereikette in Wien betreibt. Das Johannisbrot vom Ströck sollte man übrigens einmal testen, das schmeckt hervorragend! Das Rezept für die Pinze heißt eigentlich "Osterbrot" und die Einschnitte schauen komisch aus: Da wird die Pinze über Kreuz eingeschnitten, was ich noch nie gesehen habe, denn selbst in den Filialen der Firma Ströck werden Pinze mit drei Einschnitten verkauft. Aber ich brauch gar nicht groß reden, weil meine Einschnitte sind kaum zu sehen.

Manche Pinze werden mit einem gefärbten Ei in der Mitte der Einschnitte verkauft. Das  habe ich bei einer Pinze gemacht und zwar mit einem rohen Ei, das vor dem Backen in die Pinze gesteckt wird und vor dem Servieren durch ein gefärbtes Ei ersetzt wird. Das mitgebackene Ei war übrigens zu gar nichts zu brauchen - nein, falsch, der Hund hat sich drüber gefreut. Das Ei war zur Hälfte komplett übergart, hatte also diesen grauslichen grauen Rand rund um das Eigelb, die andere Hälfte war noch sehr schwabbelig. Muss man also nicht unbedingt nachmachen.


Zutaten für 2 Pinzen:

Vorteig
150 g glattes Weizenmehl 
100 ml warmes Wasser
25 g Germ

Hauptteig
60 ml Weißwein (Ich: Muskateller)
7 g Anis, im Mörser leicht angestoßen
450 g glattes Weizenmehl 
110 ml lauwarme Milch
30 g Feinkristallzucker
10 g Salz
100 g Butter, zimmerwarm
2 Eier Größe L
1 Eigelb Größe L

1 verquirltes Ei zum Bestreichen


Zubereitung: 
Am Vortag Anis in Wein einweichen, mit Folie abdecken.

Germ in Wasser auflösen und mit dem Mehl zu einem glattenTeig verkneten. Abgedeckt etwa eine halbe Stunde an einem warmen Ort ruhen lassen. 

Für den Hauptteig den Wein durch ein Sieb in die Rührschüssel leeren, dazu Mehl, Vorteig, Kristallzucker, Salz und Milch geben, alles mischen und zu einem glatten Teig verkneten. Butter, Eier und Eigelb nacheinander dazugeben. Zudecken und wieder eine halbe Stunde an einem warmen Ort gehen lassen. 

In 2 Stücke teilen, zu runden Laiben schleifen (was nicht so ganz einfach ist bei so großen Teiglingen) und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. Hier sieht die Backanleitung eigentlich vor, dass man den Teig mit einem feuchten Tuch abdecken soll, aber das kann ich nicht empfehlen, weil mir das Tuch auf dem Teig heillos picken geblieben ist. Besser an einen zugfreien, warmen Ort stellen und ca. eine Stunde einfach nur in Ruhe lassen oder je eine große Schüssel über jede Pinze stülpen. Nach dem Aufgehen werden die Pinzen mit verquirltem Ei bestrichen und mit einer sauberen Küchenschere drei Mal tief eingeschnitten. Im Rezept steht, man soll nicht zu tief einschneiden, das Ergebnis sieht man auf den Fotos: Man sieht kaum etwas von den Einschnitten, daher empfehle ich tiefe Einschnitte wie bei anderen Pinzenrezepten auch.

Im vorgeheizten auf 180 Grad Rohr ca. 40 min. backen (kein Dampf).


Was es nach dem Essen zu sagen gibt: Geschmacklich perfekte Pinzen! Also "meine" perfekten Pinzen. Ein reichhaltiger, dennoch fester Teig, der Brioche recht ähnlich ist. Leicht zu handhaben, einfache Zubereitung. Passt zu Osterschinken genau so wie zu Marmelade.

Und nun bin ich schon sehr gespannt, was die beiden Mitbäckerinnen zeigen werden und wie sie ihre Pinzen gern mögen.
Die Pinze bei der Giftigen: click
Und die Pinze bei Frau Fliederbaum: clack 

Sonntag, 13. April 2014

Am Nordpol



Heute war Marathon in Wien - über 42.000 Teilnehmer! Einer davon gehört zu unserer Familie und er hat den Marathon tatsächlich bis zum Ende durchgestanden, wurde 126. in seiner Klasse.

Schon vorher hatte er angekündigt, dass er bei so einem Lauf 3.000 Kalorien verliert und daher nachher um entsprechend kalorienreiche Verköstigung bittet. Na das kann ja in Wien kein Problem sein. Es gibt da ein kuscheliges und uriges Lokal im 2. Bezirk, das nennt sich Am Nordpol, dort wird deftig böhmisch gekocht, also jede Menge Knödel, Tascherln und sonstige Kalorienbomben - köstlichst! Also habe ich einen Tisch reserviert und nun ist es höchste Zeit, dass ich das Lokal einmal vorstelle.

Was ich nicht so ganz glauben kann ist, dass die Farben der hausgemachten Säfte natürlich sind: Das sind Basilikum- und Minzsaft nach Art des Hauses. Sie schmecken wirklich sehr gut, schauen mir aber arg nach Lebensmittelfarbe aus - das ist aber reine Spekulation meinerseits, denn ich weiß es wirklich nicht. 

Nettes Detail: wunderschöne alte Holzbrotkörbe. Das helle Brot ist hausgemacht, das dunkle stammt vom Kasses, einem meiner Lieblingsbäcker.

Hervorragend: Grammelknödel mit Sauerkraut

Wenn ich das irgendwo bekommen kann, schlag ich zu: gebackener Kalbskopf - äußerst köstlich im Nordpol, nach meiner Testreihe nur noch zu übertreffen vom Kalbskopf im Burkia in Innsbruck.


Nicht minder deftig: Krainer nach Art des Hauses mit Semmelknödel und süßem Sauerkraut

Und das sind die Dinge, die ich im "Nordpol" sehr schätze: Powidltascherl

Nicht mehr zu übertreffen: Liwanzen, heute mal in der Variante mit Waldheidelbeeren, bisher kannte ich sie nur mit Powidl.

Wer die Liwanzen gern nachmachen will, da gibt es das Rezept auf der Homepage, allerdings kann man es nicht direkt verlinken. Einfach bei den Speisen schauen, da findet sich dann ein Link mit einigen Rezepten.
Und jetzt sollte ich besser einen Marathon laufen, denn ich habe den Verdacht, dass ich heute so etwa 3000 Kalorien zu viel gegessen habe ... Hat sich aber wieder einmal ausgezahlt!

Freitag, 11. April 2014

Karottencurry

Mein Supermarkt versorgt mich immer wieder mit recht brauchbaren Rezepten. Dieses hier ist eines von der Sorte: einerseits sehr günstig, andererseits im Nu zu kochen. Ich habe mir erlaubt, ein paar Änderungen vorzunehmen und es zu veganisieren. Und die Menge habe ich erhöht, weil es auch noch sehr gut aufzuwärmen ist, also passend zur Situation, dass der Turbohausmann auf einer Abendveranstaltung war und ich für mich allein in der Regel zu faul bin zu kochen, sondern mich dann von einem Salat oder einem belegten Brot ernähre. Passend zum schlechten Wetter gab es unser Gute Laune-Geschirr, das mich über den Winter gerettet hat.

Für 3 Portionen:
1 EL Ahornsirup
1 EL Curryblätter (getrocknet)
1/2 TL Garam Masala
1 EL Sonnenblumenöl
1 1/2 EL Ingwer, fein gerieben
3 große Karotten
2 gelbe Rüben
1 TL Koriandersamen
1 TL Kreuzkümmelsamen
1 EL Nelken
250 ml Kokosmilch
2 EL Rosinen
1/2 TL Kurkuma (Pulver)
2 rote Chilischoten, in feine Streifchen geschnitten (wenn es nicht so scharf sein soll, die Kerne entfernen)
1 große rote Zwiebel
1 EL geröstete Erdnüsse
1 Bund Koriander

Karotten waschen, schälen und auf der Börner Hobel in nicht zu dicke Scheiben hobeln - natürlich geht es auch, wenn man die Scheiben mit dem Messer schneidet, aber ich finde es immer sehr fein, wenn ich mich nicht weiter anstrengen muss und alle Scheiben sind schön gleichmäßig dick, was ja auch wichtig ist für die Gardauer.
Zwiebel schälen, halbieren und in feine Ringe schneiden (hab ich auch gleich gehobelt, aber mit einer anderen Einsatzscheibe, damit die Ringe schön dünn wurden. Karotten, Curryblätter, Ingwer und Rosinen dazugeben und anbraten. Kokosmilch und Salz dazugeben, alles 10 min. dünsten - die Karotten sollten noch gut Biss haben. Währenddessen die Erdnüsse rösten, unterrühren. Garam Masala, Kurkuma und Ahornsirup zugeben, alles 5 min. durchziehen lassen, damit sich alle Aromen gut vermischen. Mit dem grob gehackten Koriander bestreuen und servieren.

Dazu passt Basmati-Reis. Zu asiatischen Gerichten mag ich ihn gern ungesalzen und mit relativ viel Wasser (1 Teil Reis, 2 Teile Wasser) gegart, damit er ein bissl klumpt und nicht so körnig auseinanderfällt, wie wir ihn in Mitteleuropa normal essen. Bei Curry mag ich es gern, wenn Reis so ist, dass man ihn gut mit Stäbchen nehmen könnte - auch wenn ich die eher selten zum Essen verwende, aber das ist so ein Tick von mir. ;)




Wieder ein Beitrag für Katharinas Tierfreitag!

tierfreitag