Donnerstag, 14. April 2011

... Stasi auf freiwilliger Basis ...

Eigentlich sagt Michael Niavarani das über Facebook, wo ich keinen Acc. habe, weil mein Bedarf an Selbstdarstellung sich arg in Grenzen hält. Nun bin ich irgendwie in genau so einer Situation, wie Niavarani sie in seinem legendären Auftritt beschreibt: Ich fahre auf Urlaub.
Hier kann man sich die Szene anschauen, falls jemand mag: Click

Dieser Blog hier hat ohne irgendwelche Ambitionen angefangen: Es sollte eine Rezeptsammlung von mir für mich werden. Basta. Ich dachte nicht, dass der Rest der Welt noch einen weiteren Blog braucht. Aber es macht Spaß, in anderen Blogs zu lesen, seinen Senf zu hinterlassen, Rezepte bei Events zu posten - wobei ich dann teilweise doch auch geheilt bin, weil bei einem meiner Rezepte der Eventveranstalter offensichtlich nicht einmal auch nur einen kurzen Blick auf mein Rezept geworfen hatte, wie man aus seiner Beschreibung meines Rezepts sehen konnte. Dafür hab ich im wirklichen Leben mit einem eigenen Rezept aus dem Blog schon einen Preis gewonnen, was es dann wieder wett gemacht hat. Was mich sehr erstaunt: Mein Blog ist in immer mehr Blogs auf der Leseliste und letzte Woche hatte ich tatsächlich um die 150 Hits an einem Tag.
Liebe Leute, ich freu mich total!
Und aus diesem Grund bin ich eben in der Situation: Verschwinde ich sang- und klanglos für den Rest des Monats? Das tut man nicht, auch wenn man die Leute, die den Blog anclicken, nicht kennt.Und die Chance, dass unsere Wohnung leer ist nach dem Urlaub, ist auch gering, weil unser Hund natürlich Personal zur Verfügung gestellt bekommt, also die Wohnung nicht leer stehen wird. Daher verabschiede ich mich ganz artig, wünsche euch einen braven Osterhasen und eine schöne Zeit mit viel Sonnenschein. Einen selbst gemachten Marzipan-Osterhasen lasse ich noch hier.


Und nach dem Urlaub kann ich hoffentlich viele kulinarische Urlaubsfotos posten. Wenn ich nix zum Fotografieren finde, quäle ich euch weiter mit Bärlauchrezepten ... :D

Mittwoch, 13. April 2011

Polenta mit Melanzanisoße

Melanzani sind echt ein Gemüse, in das ich mich eingraben könnte. Sie sind dermaßen vielseitig, dass es eine Freude ist. Und dann gibt's da noch Polenta, die immer angenehme Erinnerungen an Kindertage weckt, so schön breiig ... na gut, so manche Polenta wäre besser dran, wenn man aus ihr Sandburgen bauen würde, aber verhunzen kann man wohl jedes Lebensmittel. Langer Rede, kurzer Sinn, bei Ottolenghi bin ich auf ein Rezept gestoßen, bei dem Polenta und Melanzani kombiniert werden. Er macht sich aber die Mühe, Polenta aus Maiskolben frisch zu machen, was ihn sehr ehrt, aber das gehört dann auf meine To-Do-Liste, wenn ich in Pension gehe. Ich habe Polenta genommen, die man nur noch quellen lassen muss.

Mein übliches Ottolenghi-Problem: die Mengenangaben für 4 Portionen sind, wenn man nur ein Gericht und kein mehrgängiges Menü kocht, meines Erachtens für schwache Esser gedacht. Kann natürlich sein, dass wir extrem verfressen sind, aber wir verdrücken zu zweit die Menge, die laut Ottolenghi für drei Personen passen würde. Ich schreibe hier einfach auf, wie viel wir gegessen haben und nicht die Mengen laut Rezept.

Melanzanisoße:
100 ml Pflanzenöl
1 mittelgroße Aubergine, in 2 cm große Würfel geschnitten
2 TL Paradeismark
40 ml Weißwein
1 kleine Dose Schältomaten
Salz, Zucker, Oregano

Polenta:
1 großes Häferl (0,3 l Inhalt) Polenta (ich habe die von Alnatura genommen, muss nur quellen!)
2 ebensolche Häferl Wasser
Salz, Pfeffer
1 EL Butter
120 g Feta

Für die Soße das Öl erhitzen, die Melanzaniwürfel eine Viertelstunde darin braten, bis sie eine schön braune Farbe haben. Möglichst viel vom Öl abgießen. Das Paradeismark mit den Gemüsewürfeln mitbraten, mit Wein ablöschen, die Schältomaten zerkleinern und samt Flüssigkeit aus der Dose dazugeben, alles salzen und zuckern (je 1 Prise), mit Oregano würzen und noch einmal 5 min. köcheln lassen. Man kann die Soße auch gut vorbereiten und später noch einmal erhitzen.

Für die Polenta 2 Häferl Salzwasser aufkochen, die Polenta einstreuen, mit dem Schneebesen einrühren und bei geringer Hitze 10 min. quellen lassen. Danach die Butter, Pfeffer und den zerkleinerten Feta unterziehen. 2 min. ruhen lassen.

Laut Ottolenghi verteilt man die Polenta in flache Schalen und schöpft in die Mitte die warme Melanzanisoße. Da ich keine flachen Schalen besitze, mussten Suppenteller herhalten. Ich habe dafür alles noch mit einer Blütenmischung der Firma Sonnentor bestreut.




Und weil's nicht mehr als 20 Minuten gedauert hat, dieses tolle Essen zuzubereiten, kommt es zur Cucina Rapida:
Cucina rapida - schnelle Küche für Genießer. Ein Blog-Event von mankannsessen.de

Dienstag, 12. April 2011

Alpenlachs mit Rucola-Risotto

Über den Alpenlachs habe ich ja schon genug Lobeshymnen gesungen, als ich über meinen Fisch-Kochkurs mit Peter Brauchl geschrieben habe. Bei Youtube habe ich ein Video von ihm gefunden, das viel von seiner Philosophie zeigt:




Für 2 verfressene Menschen als Hauptspeise:
2 EL Olivenöl
2 Schalotten
200 g Risotto-Reis
1/8 l trockenen Weißwein
ca. 3/4 l Gemüsefond
1 Bund Rucola ( ca. 50 g)
1 EL Butter
2 EL Parmesan

1 EL Olivenöl
2 Filets vom Alpenlachs à 100 g
Salz, Pfeffer

Den Gemüsefond erhitzen.
Schalotten klein schneiden, in Olivenöl anschwitzen, den Reis zufügen und so lange mitrösten, bis er rundherum von einer Ölschicht überzogen ist. Den Weißwein dazugießen und ganz einkochen lassen. Dann immer wieder einen Schöpfer von dem heißen Fond zufügen und unter Rühren köcheln lassen, bis der Reis schön schlatzig ist. In der Zwischenzeit den Rucola verlesen, waschen und in grobe Stücke schneiden. Parmesan reiben.
Wenn der Reis die richtige Konsistenz hat, Butter, Rucola und Parmesan zufügen, alles einrühren, Deckel drauf, Risotto rasten lassen, bis der Fisch fertig ist.

Olivenöl erhitzen, den Alpenlachs salzen und pfeffern, auf beiden Seiten je 3 min. braten, fertig.


Montag, 11. April 2011

Gebackener Ziegenfrischkäse mit gebleichtem Löwenzahn

Als ich letztens bei meinem liebsten Gemüsestand war, konnte ich wieder mal so richtig toll Salat einkaufen. Es standen viele Kisten mit Blattsalaten herum, ich bekam eine Tüte in die Hand gedrückt und durfte mich bedienen: 5 Blättchen Babyspinat, 10 Blättchen Babymangold, diverse winzige Pflücksalate, 3 Röschen kleinen Vogerlsalat - und auf einmal stand ich vor etwas, das ich nicht kannte. Nicht winzig, also nicht passend zu meiner Salatmischung, sondern groß (30 bis 40 cm), nicht appetitlich grün, sondern bleich. Nu ja! Das Ding hätte ich nicht gekauft, wenn mein Gemüsehändler mir nicht gesagt hätte, dass ich es doch uuuuunbedingt probieren soll, das wäre gebleichter Löwenzahn, schmecken würde er ganz zart. Und das hier ist das Dingens:



Das ist ein Rezept, das ich zweimal kochen musste, weil es beim ersten Mal ein echter Reinfall war. Nach dem Tipp meines Gemüsehändlers hatte ich die Idee, für die Mariande einen sanften Balsamico-Essig und Mohnöl, das zart-nussig schmeckt, zu nehmen - totaler Blödsinn! Der Salat schmeckt wirklich gut, aber relativ bitter, also braucht er eine kräftige Marinade. Und dann war noch der Ziegenfrischkäse sehr langweilig, zu allem Überfluss ist er beim Backen aus der Panier entwichen ...

So einen Totalreinfall hatte ich schon lange nicht. Das konnte ich nicht auf mir sitzen lassen. Aber Versuch macht ja bekanntlich kluch. Also neuer Anlauf und der ist mehr als geglückt!

Zutaten für 2 Personen:
1 gebleichter Löwenzahn
2 El Olivenöl
Salz, Pfeffer, Zucker - je 1 Prise
1 EL Weinessig
2 Scheiben Ziegenfrischkäse - einen aus dem Käsegeschäft, der wirklich nach was schmeckt
1 Ei, versprudelt
Semmelbröseln
geschmacksneutrales Öl zum Frittieren

Den Löwenzahn putzen, waschen und zerkleiern. Für die Marinade alle Zutaten gut vermischen.

Öl (bei mir Sonnenblumenöl) fingerhoch in eine Pfanne gießen, erhitzen. Den Ziegenkäse erst in versprudeltem Ei, dann in Semmelbröseln wälzen. Die Panier muss den Käse wirklich gut umschließen, sonst rinnt er beim Backen aus! Mein erster Versuch, den Käse nur in Bröseln zu wälzen, ist kläglich gescheitert. Da braucht es wirklich etwas, das dicht hält. Den panierten Käse im heißen Fett frittieren - insgesamt 4 min. reichen aus, zur Halbzeit vorsichtig wenden.
Den Löwenzahn marinieren, gut abtropfen, auf einen Teller legen, den Käse oben drauf.
Dazu gab's Brot.


Sonntag, 10. April 2011

Meine neue Tonkabohnen-Reibe

Vor ein paar Wochen bin ich durch Zufall auf eine tolle neue Reibe gestoßen: Sie ist von WMF und eigentlich für Muskatnuss gedacht. Da ich ohnehin auf der Suche nach einer Reibe für Tonkabohnen war, hab ich das süße kleine Ding gekauft. Und ich muss sagen, ich bin sehr zufrieden! Die Reibe reibt sehr schön fein, ist klein und handlich, außerdem kann man oben und unten den Deckel abnehmen und hat somit gleich eine Dose für die Tonkabohnen.


Mein Testurteil: Sehr empfehlenswert!


Edith liefert noch den Link zum Hersteller nach:  Top Tools

Samstag, 9. April 2011

Karamelisierte Kiwi-Tarte

Wochenende ist im Hause Turbo immer Backzeit. Aber leider ist nicht wirklich viel Zeit, daher musste ein schnell zu fabrizierendes Rezept her. Das war auch schnell gefunden beim Rezepte Guru - und wieder mal hab ich einiges verändert.
In dem Rezept wird selbst gemachter Mürbteig verwendet, bei mir musste gekaufter Blätterteig herhalten - von wegen die Sache mit dem Zeitproblem ... Und 100 g Pinienkerne erschienen mir dann doch relativ viel. Ich habe nur die Hälfte genommen, was auch genug war. Im Originalrezept wird die Tarte am Ende noch mit Zitronenmelisse verziert, aber meine ist noch nicht aufgegangen, daher bei mir ohne, wobei das geschmackstechnisch sicher gut passen und auch schön aussehen würde.

Zutaten:
1 Packung Blätterteig
50 g Butter
100 g Staubzucker
50 g Pinienkerne
4 Kiwis


Eine Quiche-Form mit dem Staubzucker ausstreuen, in das auf 200 Grad vorgeheizte Rohr schieben und den Zucker karamelisieren lassen. Wie man sieht, habe ich ihn nur sehr hell karamellisieren lassen, was sie als gut erwiesen hat, weil er dunkelt beim Backen dann ohnehin noch nach. Auch die Pinienkerne müssen nicht geröstet werden, sie werden in ihrer Zuckerhülle schön gebräunt. Man gibt die Pinienkerne mit der Butter zum karamellisierten Zucker, vermischt alles gut, dann kommen die in Scheiben geschnittenen Kiwis drauf, abgeschlossen wird mit einer Schicht Blätterteig. Dabei den Teig an den Rändern gut nach unten drücken. Ca. 25 min. backen. Noch heiß auf einen Teller stürzen. Schmeckt ausgezeichnet mit einer Kugel Vanilleeis, wenn der Kuchen noch warm ist.

Freitag, 8. April 2011

Lauwarmer Süßkartoffelsalat mit Calamari

Der Sommer war gestern in Wien! 27 Grad hatten wir und strahlenden Sonnenschein. Was passt da besser dazu als ein sommerlicher Salat?

Bei diesem Salat kann ich gleich ein neu erworbenes Wissen anwenden: Beim Leo am Naschmarkt, der das beste Sauerkraut von überhaupt hat,  kaufe ich auch immer meine Salzkapern. Letzte Woche brauchte ich Nachschub und der Leo fragte, was ich denn mit dem Salz tun würde. Na ich hab die Kapern immer im Sieb abgespült und das Salz landete im Ausguss. Leo wurde blass. Nein, nein, das gehe gar nicht, meinte er. Das sei ja feinstes Meersalz. Er sammelt das Salz immer und verkauft es um teures Geld an einen Haubenkoch, der damit Fischgerichte würzt, die eine Kapernnote gut vertragen können. Na das hab ich dann doch gleich ausprobiert, die Kapern brav abgeschüttelt und das Salz für die Marinade verwendet. Die Idee ist echt gut, weil das Salz duftet wirklich toll. Man sollte, wenn man das macht, die Kapernmenge aber reduzieren, weil das Salz wirklich jede Menge Kaperngeschmack mit sich bringt.

Das Rezept stammt von Ottolenghi und wurde 2008 im Guardian veröffentlicht. Nachdem ich nirgends eine Übersetzung finden konnte, musste ich wohl oder übel selber ran. Also bitte nagelt mich nicht für diverse Fehler an die Wand, ich tu mein Bestes.

Zutaten für 4 Personen:

1/2 kg Süßkartoffeln, geschält und in ca. 1 cm große Würfel geschnitten
2 kleine Zitronen
150 g Sellerie, in 1 cm breite Streifen geschnitten (Turbohausfrau nahm Stangensellerie, da nicht näher definiert war, welcher Sellerie gemeint war - hat perfekt gepasst)
1 1/2 EL entkernte Kalamata-Oliven, geviertelt
2 1/2 EL Kapern
3 Knoblauchzehen, zerdrückt
6 Sardellenfilets, grob gehackt
6 EL gehackte Petersilie
2 1/2 TL Ahornsirup (Turbohausfrau hatte keinen Ahornsirup, hat Honig verwendet, hat gut gepasst)
5 EL Olivenöl
3/4 TL Salz (Turbohausfrau: Kapernsalz)
frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
800 g gereinigt Tintenfisch, in Ringe schneiden
60g Rucola
Chilli-Öl für's Finish (hatte ich nicht, aber ich hab 2 ganze Chilis mit den Tintenfischen angebraten)

Salzwasser zum Kochen bringen, die Süßkartoffel-Würfeln darin ca. 5 Minuten garen - mit der Gabel testen: die Süßkartoffeln müssen durch sein, aber nicht matschig. Die garen Süßkartoffeln in ein Sieb schütten und abtropfen lassen.
Die Zitronen waschen, Schale abreiben, dann die Zitronen filetieren. Die Filets in eine Schüssel geben, den Zitronensaft aus den Resten mit in die Schüssel pressen. Süßkartoffeln, Sellerie, Oliven, Kapern, Knoblauch, Sardellen, Petersilie, Ahornsirup (Honig), 3 EL Olivenöl, Salz und Pfeffer zufügen, alles sanft verrühren.
Restliches Olivenöl erhitzen, die Tintenfischringe hineingeben und auf jeder Seite 1 Minute braten. Ottolenghi weist darauf hin, dass man immer nur wenige Tintenfische auf einmal braten soll, aber ich nehme an, das wissen die meisten LeserInnen ohnehin, dass es anfängt zu suppen, wenn man zu viele auf einmal in die Pfanne gibt.
Ottolenghi schreibt nichts davon, dass man den Rucola marinieren sollte, aber ich hab ein Dressing aus Olivenöl, Salz und Zitronensaft gemacht, was dem Salat sehr gut getan hat. Rucola auf einen Teller geben, Süßkartoffel-Mischung drauf verteilen und dann die Tintenfische drauflegen. Schmeckt lauwarm ganz köstlich! Dazu am besten Baguette.






Und weil so schön viel Petersilie in dem Salat ist, nehme ich mit diesem Rezept auch gleich am April-Kochevent vom Gärtnerblog teil.
Garten-Koch-Event April 2011: Petersilie [30.04.2011]

Donnerstag, 7. April 2011

Bärlauchpesto

Ob ich wohl süchtig bin nach Bärlauch? Kann sein! :D
Bei Essen und Trinken habe ich ein Bärlauchpesto-Rezept gefunden, das ich so noch nicht kannte, nämlich mit Mandeln. Das musste ich natürlich testen und auch gleich eine ordentliche Menge produzieren, weil das Pesto ja nicht sofort aufgebraucht werden muss, Voranmeldungen von diversen Leuten, die eines kaufen wollten, gabe es genug, aber die meisten dürfen das einfach nachbasteln, weil es wirklich nicht schwer ist.
Gebunkert wird das Pesto wieder in Weck-Gläsern, weil die so schön dicht schließen und vor allem hübsch aussehen.



Zutaten für 3 Weck-Gläser à 290 ml:

300 g Bärlauch, gewaschen und verlesen
150 g Mandeln
100 g Parmesan, gerieben
Salz, Pfeffer
Olivenöl (gutes, am besten das von Bine - neigt sich bei mir leider dem Ende zu ...)





Wenn man ungeschälte Mandeln hat, gibt man die Mandeln in kochendes Wasser, lässt sie einmal aufkochen, schüttet sie in ein Sieb, spült sie kalt ab, dann kann man sie sehr gut aus den Schalen rausdrücken  - ist wirklich im Nu geschehen. Wenn die Mandeln trocken sind, röstet man sie ohne Fett in einer Pfanne goldgelb an. Der Bärlauch sollte auch trocken sein, also nach dem Waschen schleudern und dann auf einem Geschirrtuch trocknen lassen. Bärlauch, abgekühlte Mandeln, 2 TL Salz und 1 TL frisch gemahlenen Pfeffer, Parmesan und ca. 1/8 l Olivenöl (bei Bedarf mehr) in ein großes Gefäß geben, mit dem Pürierstab zu einer relativ festen Paste verarbeiten. Relativ fest deshalb, weil beim Servieren dann noch etwas vom Kochwasser der Nudeln zum Pesto kommt, bevor man es unter die Pasta rührt.




Das Pesto in Gläser füllen, mit einer Schicht Olivenöl bedecken.
Laut Ursprungsrezept hält sich das Pesto mehrere Wochen, wenn es mit einer Schicht Olivenöl abgedeckt ist.

Mittwoch, 6. April 2011

Bärlauchpüree

Eine simple Beilage, die nicht extrem knofelt, also zu allem serviert werden kann, wo auch normales Epü passt.
Was gar nicht geht, ist den Bärlauch einfach so in das Püree einzurühren. Er ist für das feine Püree viel zu ledrig. Leider verliert er an Intensität durch das Erhitzen, aber irgendwas muss einem dann wohl recht sein.

1/2 Bund Bärlauch
1/2 kg mehlige Erdäpfeln
1/8 l Milch
2 EL Butter
Salz, Muskatnuss


Die Erdäpfeln schälen, in Stücke schneiden und in Salzwasser weich kochen. Danach ohne Deckel ausdampfen lassen. Die Butter schmelzen, den gewaschenen und verlesenen Bärlauch feinnudelig schneiden und in der Butter zusammenfallen lassen, ein paar Minuten dünsten. Die Erdäpfeln durch die Presse drücken, mit einem Schneebesen mit der heißen Milch und ein wenig Muskatnuss schaumig schlagen, am Ende den Bärlauch mit der Butter gut einrühren.

Dienstag, 5. April 2011

Bärlauchsuppe

Und weiter geht's mit dem Bärlauchmarathon. Und dies wird gleich mein erster Beitrag für "Dein Kochbuch, das unbekannte Wesen". Ich habe zwar einige Wildpflanzen-Kochbücher, aber dieses war irgendwie in die hinterste Ecke gerutscht, obwohl es gar nicht so schlecht ist. Also nicht wirklich das Kochbuch, das ich mit auf eine Insel nehmen würde, aber recht brauchbar, die Pflanzen sind gut beschrieben und vor allem sind es Pflanzen, die hier bei uns in der Gegend wachsen und nicht auf Rügen oder sonst wo, weil so etwas nützt mir wenig. Es ist das Kochbuch Delikatessen aus Unkräutern, meines schaut noch anders aus als das im Link, ich habe die 6. Auflage aus 1995.

Zutaten für 4 Personen:
10 bis 12 Bärlauchblätter (Turbohausfrau: doppelte Menge!)
1 Zwiebel
2 EL Butter
1 EL Mehl
1 l Gemüsebrühe (Turbohausfrau: 3/4 Suppe, 1/4 l Kaffeeobers)
(Turbohausfrau hat dann noch pro Person 1 Scheibe Tirolerspeck bei ganz kleiner Hitze in der Pfanne getrocknet und so ein Specksegel gebastelt)

Zwiebel fein hacken, in der Butter anrösten, Mehl kurz mitrösten und alles mit Suppe und Obers aufgießen. Im Rezept wird der Bärlauch klein geschnitten und ganz am Ende in die Suppe eingerührt. Ehrlich gesagt sind meine Erfahrungen besser, wenn man die ganzen Blätter in die Suppe gibt, zusammenfallen lässt und dann alles mit dem Pürierstab aufmixt. Das gibt ein nettes Schaumsüppchen und der Bärlauch setzt sich nicht so ab.

Ein interessanter Tipp aus dem Buch: Man kann auch die Bärlauchzwiebeln statt der Blätter verwenden, diese werden gleich von Beginn an mit der Zwiebel mit angeröstet. Das muss ich direkt versuchen, wenn ich nächstes Mal um Bärlauch in den Wald gehe.





Montag, 4. April 2011

Bärlauchrouladen

Das ist wieder mal so ein Rezept, das ich irgendwann mal irgendwo gefunden hatte, seit Jahren koche ich es, hab aber keine Ahnung mehr, woher es stammt. Aber wie ich mich kenne, habe ich eh wieder so ziemlich alles dran geändert, sodass ich es nicht mal erkennen könnte, wenn ich das Original vor mir sehen würde. Es ist ein tolles Essen, wenn man Besuch bekommt, weil man die Rouladen gut vorbereiten kann. Bei uns gab es dazu omamäßiges Kohlrabigemüse - Rezept folgt demnächst in diesem Theater.

Zutaten für 4 Portionen:
4 große dünne Rindsschnitzeln
4 Esslöffel von meiner Bärlauchpaste
2 EL Pinienkerne
2 EL Kürbiskerne
ca. 100 g Rohschinken
2 Schalotten
1 Bund Suppengemüse
1/8 l Rotwein
1/8 l Holundersaft
1/8 l Gemüsesuppe
1 EL Maizena
1 Lorbeerblatt
ein paar Thymianzweige
Salz, Pfeffer
Sonnenblumenöl


Pinienkerne rösten. Das Fleisch salzen und pfeffern, mit dem Rohschinken belegen, auf jedes Rindsschnitzel 1 EL Bärlauchpaste streichen, darauf die Kürbis- und die Pinienkerne streuen. Fleisch einrollen und entweder mit Rouladennadeln zustecken oder mit Küchengarn binden. Rundherum in heißen Öl anbraten, Rouladen aus der Pfanne heben, klein geschnittene Schalotten im Bratenrückstand anschwitzen, das würfelig geschnittene Suppengemüse mitrösten, mit Rotwein und Suppe aufgießen. Thymin und Lorbeerblatt dazugeben, Fleisch in die Soße legen und ca. eine Stunde dünsten. In den kalten Hollersaft 1 EL Maizena einrühren - kalt deshalb, weil Maizena sich sonst nicht gut auflöst - und zum Bratensaft gießen. Einkochen lassen.


Wenn der Saft eine schön mollige Konsiszent hat, kann man die Rouladen servieren. Mir hat das ohnehin recht üppige Oma-Gemüse als Beilage gerecht, eine weitere Sättigungsbeilage war nicht mehr notwendig.


 Rouladen-Porno-Foto ....

Sonntag, 3. April 2011

Bärlauchpaste

Und nun wieder ein Wochenend-Miniposting. Aber für etwas, das sehr, sehr gut zu brauchen ist! Bärlauchpaste hält sich über viele Monate, verliert halt nur ein wenig an Geschmacksintensität mit der Zeit. Man kann daraus Pesto machen oder viele andere Gerichte, die ein bissl nach Knofi schmecken sollen, würzen.

Zutaten:

3 Bund Bärlauch
1 EL Salz
Olivenöl


Bärlauch waschen und verlesen, trocknen, in ein großes Gefäß geben und mit 1 EL Salz und ca. 2 EL Olivenöl mixen. Kann sein, dass man dann noch ein bissi Öl dazugeben muss. Die fertige Paste füllt man in ein gut schließendes Glas, auf die Paste kommt eine Schicht Olivenöl.
Ich nehme immer ein Weck-Glas samt Bügeln, weil das wirklich gut abdichtet, sodass nicht der ganze Kühlschrank knofelt.

Samstag, 2. April 2011

Bärlauchbutter

Da wir heute Kaiserwetter in Wien hatten, kam ich kochtechnisch nicht zu viel, daher nur kurz mein Standardrezept für Bärlauchbutter.

1/4 kg zimmerwarme Butter
1 TL Salz
1 TL Kümmel
1 Bund Bärlauch



Den Bärlauch waschen, verlesen und mit den übrigen Zutaten mit dem Pürierstab mixen. Bei mir wird die Bärlauchbutter dann in kleineren Portionen eingefroren - die nächste Grillsaison kommt bestimmt. Aber ein Teil wird natürlich sofort auf einem Stück Brot oder einem Weckerl verspeist.

Freitag, 1. April 2011

Sugo mit Bärlauch



Einmal im Jahr packt mich der Bärlauchwahnsinn. Er hat mich schon seit ca. 2 Wochen fest im Griff. Und damit die armen Menschen, die tatsächlich meinen Blog lesen, auch was davon haben, kommt nun eine Reihe von Rezepten - meistens altgediente, die eh schon fast jeder kennt, aber die erspare ich euch nicht. Ihr müsst dann eher froh sein, dass ihr nicht riecht, was ich derzeit für einen Duft verströme ... ;)


Zutaten für 2 Personen:

1 kleine Zwiebel
1 Dose Schältomaten
1/8 Rotwein
1 TL Paradeismark
1/2 TL Paprikapulver (am besten Pimentón de la Vera)
1 TL Kreuzkümmel, im Mörser zerstoßen
1 TL Honig
Saft und Schale von 1/2 Zitrone
1 Lorbeerblatt
2 EL Kalamata-Oliven (andere gehen natürlich auch, aber ich mag die Kalamata sehr gern), entkernt und in grobe Stücke geschnitten
1 TL Salzkapern, gewässert, klein geschnitten
Salz, Pfeffer
Olivenöl
3 EL feinnudelig geschnittenen Bärlauch

250 g Spaghetti


Dieses Sugo mag's gern, wenn es länger vor sich hinköcheln kann. Aber andererseits fällt mir gerade kein Sugo ein, das da anders wäre. Jedenfalls eine Stunde darf dieses schon schmurgeln, damit sich alle Aromaten gut durchmischen können.

Gemacht wird es auch wie viele andere Sugos: Zwiebel klein schneiden, in Olivenöl andünsten, das Tomatenmark und das Paprikapulver ganz kurz mitrösten, dann mit dem Rotwein ablöschen. Die Schältomaten zugeben, ebenso Kreuzkümmel, Honig, Zitrone (Saft und Schale) und das Lorbeerblatt.. Und nun tut man nix mehr, außer ab und zu rühren und ein bissl Wasser zugießen, wenn es nötig wird.
Spaghetti kochen.
Die Oliven, die Kapern und der Bärlauch kommen erst ganz kurz vor dem Servieren in die Soße. Den Oliven und den Kapern tut's nix, wenn sie einmal aufkochen, allerdings verliert der Bärlauch sehr viel von seinem Aroma, wenn er zu hoch erhitzt wird. Soße mit den Nudeln vermischen.
Wer mag, kann einen schön alten Pecorino oder Parmesan über die Pasta streuen.