Samstag, 6. Oktober 2012

Entschleunigtes Fast Food für Zorra

Zorra hat immer noch 8. Bloggeburtstag und ich darf noch mit einem zweiten Rezept gratulieren. Das mache ich doch gern und verneige mich noch einmal vor Zorras Durchhaltevermögen über so lange Zeit.

8 Jahre kochtopf Geburtstags-Blog-Event - Rezepte für Sieger und mehr! (Einsendeschluss 6. Oktober 2012)


Ursprünglich hatte ich dieses Rezept bei einem britischen Fernsehkoch gefunden, aber ich mag gar nicht, wenn Sachen aus dem Glas oder vorgegart verwendet werden. Also habe ich nur einmal auf das Rezept geschielt und dann mein eigenes Ding draus gemacht. Das Ergebnis ist sehr überzeugend!


Anfangen tut man einen Monat vor dem gewünschten Essen. Mindestens einen Monat! Da macht man nämlich erst einmal Salzzitronen. Man braucht dann zwar nur ein Viertel einer Salzzitrone, aber man sollte die Dinger ohnehin daheim haben, denn die retten jeden Linsensalat und sind unverzichtbar bei orientalischen Gerichten. Früher habe ich immer Essigzitronen am Naschmarkt gekauft, aber das Glas war so riesig, dass ich lieber einzelne Zitronen in Gläsern habe. Außerdem ist hier der Geschmack purer, weil in den Essigzitronen doch recht viele Gewürze drinnen sind und sie daher jedes Essen in eine gewisse Richtung drängen.

Salzzitronen: 4 Bio-Zitronen mit möglichst dünner Schale sehr gut abwaschen. 1/2 l Wasser mit 4 EL Salz und 2 EL Zucker aufkochen. In der Zwischenzeit die Zitronen fünf bis sechs Mal einschneiden, aber so, dass sie oben und unten noch zusammenhängen. Die eingeschnittenen Zitronen für 10 Minuten in der Zucker-Salz-Lösung sanft köcheln. Eine weitere Zitrone auspressen. In der Zwischenzeit Twist Off-Gläser, in die je eine Zitrone hineinpassen soll, sterilisieren. Die Zitronen aus dem Sud fischen, in jeden eingeschnittenen Spalt etwas Salz streuen (ca. 1 TL pro Zitrone). Je eine Zitrone in ein Glas stecken, 1/4 des Zitronensaftes zu jeder Zitrone gießen und mit dem heißen Zucker-Salz-Wasser randvoll gießen. Zuschrauben und wie Marmelade auf den Kopf stellen. Mindestens einen Monat durchziehen lassen.



Mindestens 2 Tage vor dem Essen geht es weiter: Man grillt eine dickfleischige rote Paprikaschote rundherum, bis sie schwarz ist. Den gegrillten Paprika zum Auskühlen in eine Plastikdose mit gut schließendem Deckel geben. Wenn der Paprika kalt ist, kann man die Schale leicht abziehen.  Mir fällt der Paprika dabei sowieso auseinander, sollte das nicht passieren, reißt man ihn in große Stücke, sodass man die Kerne und den Strunk herausnehmen kann. Sollten Teile vom Fruchtfleisch verbrannt sein, diese Teile wegschneiden. Bei der ganzen Prozedur den Paprika nicht abwaschen, da würde ein Teil des Geschmacks verloren gehen.
Aus 2 EL Arganöl, 1 EL Sud von den Salzzitronen, 1 in Scheiben geschnittenen Knoblauchzehe, Salz und Pfeffer eine Mariande machen. Von einem Viertel einer Salzzitrone das Fruchtfleisch abschaben. Das Fruchtfleisch wegwerfen und die Schale in dünne Streifen schneiden. Mit den Paprikastücken in ein verschließbares Gefäß geben und 2 Tage im Kühlschrank marinieren. Ab und zu durchrühren.



Am Tag des Essens:
2 Rote Rüben in Folie wickeln und je nach Größe im Backrohr 45 bis 60 min. backen. Mit einem Holzstäbchen einstechen um festzustellen, ob die Roten Rüben schon gar sind. Auskühlen lassen.



Und jetzt kommt doch tatsächlich eine Zutatenliste für die heiße Phase - für 2 Personen:

1/4 Salzzitrone
1 marinierte rote Paprikaschote
2 größere Weckerln
1 Hand voll Rucola
2 gebackene Rote Rüben (die länglichen, von den runden eher 3 Stück)
50 g Feta
2 EL geriebenen Kren
100 g Schlagobers
1 Bund Petersilie
1 EL gemischte Salatkerne (Kürbiskerne, Pinienkerne, Sonnenblumenkerne), ohne Fett geröstet
2 EL Olivenöl
2 Schnitten Beiried oder andere Steaks


Wenn die Roten Rüben ausgekühlt sind, erst schälen, dann reibt man sie auf einer groben Reibe. Einweghandschuhe tun dabei gute Dienste.
Petersilie im Zerkleinerer der Küchenmaschine zerhacken.
Die Roten Rüben mit der Hälfte der gehackten Petersilie, der Marinade der Paprikaschote samt Zitronenschale und dem zerbröselten Feta abmachen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Eine Stunde durchziehen lassen. Nötigenfalls mit Arganöl und Zitronensaft nachwürzen. Vor dem Servieren mit den gerösteten Kernen bestreuen.



Beiried eine Stunde vor dem Braten aus dem Kühlschrank nehmen und auf Zimmertemperatur bringen. Backrohr auf 100 Grad vorheizen.

Das Fleisch in heißem Olivenöl auf beiden Seiten anbraten.
Drucktest: Stirne = durch, Nasenspitze = medium, Kinn = roh
Steak je nach Dicke im Rohr 10 - 15 min. ruhen lassen.


Rucola waschen und sehr gut schleudern. Auf einem Stück Küchenrolle noch die letzten Wassertropfen abtropfen lassen.

Paprika in ganz kleine Würfelchen schneiden, mit der restlichen Petersilie vermengen.

Kren reißen, Schlagobers mit dem Rührbesen des Mixstabes aufschlagen. Beides miteinander verrühren. Die Weckerln mit dem Oberskren an allen vier Schnittseiten bestreichen.


Die bestrichenen Weckerln auf der unteren Hälfte mit dem trockenen Rucola, auf der oberen Hälfte mit dem Paprika-Petersil-Mischmasch belegen.

Das Fleisch in Streifen schneiden, auf den Salat legen, Oberteil des Weckerls drauflegen, mit dem Salat servieren.


So viel Aufwand für ein Weckerl? Ja nu, einfach nachmachen und testen, ob sich das wirklich lohnt.

Kommentare :

  1. Es scheint sich offensichtlich zu lohnen, sonst hättest Du Dir die Mühe nicht gemacht und es uns so verlockend dar gestellt, oder?
    Liebe Grüße aus dem Tessin.

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    1. Es lohnt sich auf jeden Fall. Die vielen Aromen harmonieren dermaßen schön! Wäre es High Fidelity, dann wäre das ein High End-Weckerl. :D

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  2. Ohh..ich bewundere das, wenn man für ein Essen einen MOnat im vorhinein beginnt zu werkeln..nix für mich, ich bin eine Frau der schnellen Entschlüsse.

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    1. Ich hab die eingelegten Zitronen eh meistens daheim. ;)

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  3. ich will nicht mäkelig sein, aber es heißt doch die paprika und nicht der. ansonsten supertolles rezept!

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    1. Hallo Anoym!
      In Österreich immer "der", in Deutschland kann man sich das aussuchen: http://www.duden.de/suchen/dudenonline/paprika
      Danke für das Kompliment für das Rezept.

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