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Montag, 9. Juni 2014

Huhn mit Zitronengras und Spargel

Kirschen rot - Spargel tot ... Mist! Also nein, eh kein Mist, weil Kirschen sind ja auch was Tolles, aber ein bissl schad ist es schon, dass die Spargelzeit dem Ende zugeht. Meine Foodcoop hat noch schnell eine große Bestellung beim Lieblingsspargelbauern gemacht, also wird es in den nächsten Tagen noch genug Spargel geben und wahrscheinlich bin ich dann eh froh, dass ich einige Zeit keinen Spargel mehr sehen muss.

Die liebe Sandra hat mir schwer ins Gewissen geredet und mich überzeugt, dass ich noch einmal das Kochbuch "Easy Asia" zur Hand nehme und etwas daraus koche. Und dafür bedanke ich mich bei Sandra, weil das Essen ist wirklich gut geworden. Echt easy zu kochen und hat geschmeckt! Wie immer habe ich das Rezept unseren Bedürfnissen angepasst.


Für 2 Personen:
2 Knoblauchzehen
1 schwacher TL Kurkuma
2 grüne Chili, mittelscharf, in kleine Würferl geschnitten
1 Stängel Zitronengras, nur den weißen Teil, auf der Microplanereibe ganz fein gerieben
1 schwacher TL grobes Meersalz
1 TL neutrales Öl

1 Hühnerbrust (400 g)
2 EL gemacksneutrales Öl
2 Stangen Sellerie, in Streifen geschnitten, die ungefähr so lang sind wie der Spargel
200 g grünen Spargel, holzige Enden abgeschnitten, untere Teile geschält
2 Frühlingszwiebel, geputzt und der Länge in Streifen geschnitten
2 EL Fischsauce
1 EL Sojasauce
2 El Zitronensaft
2 EL Kristallzucker
1 L Melange Blanc (ersatzweise frisch gemahlener weißer Pfeffer)

Sesamöl zum Abschmecken


Knoblauch, Kurkuma, Chili, Zitronengras und Meersalz im Mörser zu einer Paste verreiben. Da das bei mir keine Paste wurde, habe ich 1 TL Öl dazugegeben, dann hat das geklappt.
Die Hühnerbrust in Würfel schneiden und mit der Würzpaste verrühren, 10 min. marinieren.

1 EL Öl in einem Wok oder einer großen Pfanne hoch erhitzen. Das Hendlfleisch hineingeben und 2 min. rührbraten. Fleisch herausnehmen und zur Seite stellen. Den zweiten Löffel Öl erhitzen, Spargel und Staudensellerie hineingeben, 2 min. rührbraten. Hendlfleisch dazugeben, alles 3 min. braten. Fischsauce, Sojasauce, Zucker, Zitronensaft, Melange Blanc (bzw. weißen Pfeffer) und Frühlingszwiebel dazugeben, noch eine Minute schwenken. Mit Sesamöl abschmecken.

Mit Duftreis servieren.


Beim Würzen hab ich ordentlich nachgelegt. Alles, was man nach dem Rührbraten von Fleisch und Gemüse an Würzmitteln noch dazukommt, ist die Menge, die im Kochbuch für 4 Personen und die doppelte Fleischmenge angeführt wird. Es war aber praktisch keine Sauce da, daher habe ich noch einmal dieselbe Menge dazugegeben und das war eine gute Entscheidung. Keine Spur von überwürzt. Außerdem habe ich noch einen Löffel Sesamöl (vom Hartl) dazugegeben, was den Geschmack schön abgerundet hat.

Nachkochempfehlung!

Mittwoch, 4. Juni 2014

Schweinslungenbraten mit Spargel und Sojasprossen

Gefunden habe ich die Marinade bei meinem liebsten Kochbuch - da war es noch koreanisch. Was ich draus gemacht habe, ist "freestyle asia", hat aber perfekt geschmeckt und passt gut zur Spargelzeit. Wie viele asiatische Gerichte war es im Nu gemacht, wenn man die Marinierzeit nicht einrechnet. Auf jeden Fall wieder alles bereitstellen, denn es geht dann so schnell, dass man sonst ins Schleudern kommt.


Für 2 Personen (abgewandelt von mir, für das Originalrezept bitte oben den Link anclicken)

1 kleiner Schweinslungenbraten (bei bis 250 g)

Für die Marinade:
40 ml Sojasauce
15 ml Reisessig
1 EL brauner Zucker
1 Knoblauchzehe, fein gehackt
1 EL Ingwer, geschält und fein gerieben
1/2 EL dunkles Sesamöl
1 EL scharfe Chilisauce (Sriracha)

300 g Spargel
3 Frühlingszwiebeln, in Scheibchen geschnitten, das Weiße und das Grüne getrennt in Schälchen geben
200 g Soja- oder Mungbohnensprossen (wobei die bei uns verkaufen meistens sowieso Mungbohnensprossen sind)

Öl zum Anbraten (Erdnussöl wär gut, es geht aber auch geschmacksneutrales wie Sonnenblumenöl)

Das Fleisch in mundegerechte Stücke schneiden, alle Zutaten für die Marinade verrühren und die halbe Menge mit dem Fleisch mischen. Die andere Hälfte der Marinade zur Seite stellen. Das Fleisch eine halbe Stunde bei Zimmertemperatur durchziehen lassen (alternativ 2 Stunden im Kühlschrank marinieren).

Spargel in mundgerechte Stücke schneiden. Öl erhitzen und den Spargel je nach Dicke 3 - 5 min. sanft braten. Dann die Hitze hochdrehen, das Weiße der Frühlingszwiebeln und die gewaschenen Bohnensprossen dazugeben, noch einmal 3 min. rührbraten.

In einer zweiten Pfanne ein wenig Öl erhitzen. Das marinierte Fleisch abtupfen und im Öl braun braten - es soll innen noch rosa sein, also wirklich nur 3 - 4 Minuten.

Das Gemüse auf eine Platte legen, das Fleisch darauf verteilen, mit dem Grün vom Frühlingszwiebel bestreuen. Die restliche Marinade gleichmäßig über allem verteilen.

Dazu passt Reis.




Und was es dazu zu sagen gibt: Ein sehr schnelles und unglaublich leckeres Essen. Na von Petra inspiriert, das schmeckt doch eh immer! Superfeines Fast Food.

Wenn man für das Gemüse wie ich Spargel nimmt, sollte man das Gericht nicht so scharf abschmecken, denn das erschlägt den Spargel. Sonst kann ich mir schon gut vorstellen, dass man mit kräftigeren Gemüsesorten auch ein ordentlich scharfes Essen draus machen kann.

Mittwoch, 7. Mai 2014

Süß-scharfes Huhn

Eine meiner liebsten österreichischen Köchinnen ist keine gebürtige Österreicherin, hat drei Hauben erkocht und zeigt immer wieder Rezepte, die durchaus alltagstauglich sind. So auch dieses hier. Es stammt aus dem Kochbuch "Kim kocht leicht" und nun ist sicher auch klar, um welche Köchin es sich handelt: Sohyi Kim

Die Mengen habe ich abgewandelt auf 2 Personen und auf die Mengen, die daheim waren, und auf die Schärfe, wie wir sie gerne mögen.


Für 2 Personen:
1 Hühnerbrust (bei mir 300 g)
1/8 l Hühnerfond
1 kleine Zimtstange
1 EL Limettensaft
2 Stängel Zitronengras
2 mittelgroße Karotten
1 Zucchini (ca. 200 g)
1 kleine rote Zwiebel
2 thailändische Chili
Sesamöl
1 EL Ingwer, klein gehackt
1 Knoblauchzehe, klein gehackt
2 EL Fischsauce
30 ml Balsamico
30 g Palmzucker
frische Minze
frischer Koriander
Gomasio (von mir ersetzt durch eine selbst geröstete Mischung aus hellem und dunklem Sesam)

Die Hühnerbrust in Streifen schneiden. Hühnerfond mit 1 EL Fischsauce, Zimtstange, Limettensaft und zerstampftem Zitronengras vermischen, Hühnerfleisch dazugeben und alles 5 min. köcheln, dann noch 10 min. ziehen lassen. In dieser Zeit die Karotten schälen und in feine Scheiben hobeln, Zucchini waschen und in grobe Scheiben hobeln. Zwiebel schälen, halbieren und in feine Streifen schneiden. Chilischoten waschen, entkernen, in dünne Streiferln schneiden.

In einer Pfanne Sesamöl erhitzen, erst die Karotten kurz anbraten, dann die Zucchinischeiben dazugeben und mitbraten. Ingwer, Knoblauch, 1 EL Fischsauce, Balsamico und Palmzucker zum Gemüse geben und alles einköcheln lassen, bis die Sauce sirupartig eindickt - das geht recht schnell, also nicht weggehen und köcheln lassen. Chili, Zwiebel und Fleischstreifen dazugeben, weitere 5 min. köcheln. Da war bei mir nur mehr so wenig Sauce vorhanden, dass ich etwas von der Flüssigkeit, in der das Hendl gegart wurde, dazugegeben habe. Zum Schluss Koriander und Minze einrühren, alles mit Gomasio (bei mir selbst geröstete Sesammischung) bestreuen. Mit Reis servieren.



Was es nach dem Essen zu sagen gibt: Entweder wurde es im Rezept vergessen, dass man die Garflüssigkeit vom Hendl später weiterverwendet oder es ist ein Gericht mit für Aisa-Gerichte ungewöhnlich wenig Flüssigkeit. Man sieht es hier am Teller, dass es auch so sehr wenig war. Auf jeden Fall eignet sich die gewürzte Hühnersuppe vorzüglich dazu, dass man sie zu diesem Zweck weiterverwendet. Eigentlich heißt das Rezept "süßsaures Chilihuhn", aber bei mir war von sauer nicht viel zu merken, was möglicherweise an meinem sehr milden Balsamico liegt. Geschmeckt hat alles vorzüglich! Ein feines, schnelles Essen für den Alltag, das sicher auf meine Liste der immer wieder nachzukochenden Rezepte kommt.

Freitag, 11. April 2014

Karottencurry

Mein Supermarkt versorgt mich immer wieder mit recht brauchbaren Rezepten. Dieses hier ist eines von der Sorte: einerseits sehr günstig, andererseits im Nu zu kochen. Ich habe mir erlaubt, ein paar Änderungen vorzunehmen und es zu veganisieren. Und die Menge habe ich erhöht, weil es auch noch sehr gut aufzuwärmen ist, also passend zur Situation, dass der Turbohausmann auf einer Abendveranstaltung war und ich für mich allein in der Regel zu faul bin zu kochen, sondern mich dann von einem Salat oder einem belegten Brot ernähre. Passend zum schlechten Wetter gab es unser Gute Laune-Geschirr, das mich über den Winter gerettet hat.

Für 3 Portionen:
1 EL Ahornsirup
1 EL Curryblätter (getrocknet)
1/2 TL Garam Masala
1 EL Sonnenblumenöl
1 1/2 EL Ingwer, fein gerieben
3 große Karotten
2 gelbe Rüben
1 TL Koriandersamen
1 TL Kreuzkümmelsamen
1 EL Nelken
250 ml Kokosmilch
2 EL Rosinen
1/2 TL Kurkuma (Pulver)
2 rote Chilischoten, in feine Streifchen geschnitten (wenn es nicht so scharf sein soll, die Kerne entfernen)
1 große rote Zwiebel
1 EL geröstete Erdnüsse
1 Bund Koriander

Karotten waschen, schälen und auf der Börner Hobel in nicht zu dicke Scheiben hobeln - natürlich geht es auch, wenn man die Scheiben mit dem Messer schneidet, aber ich finde es immer sehr fein, wenn ich mich nicht weiter anstrengen muss und alle Scheiben sind schön gleichmäßig dick, was ja auch wichtig ist für die Gardauer.
Zwiebel schälen, halbieren und in feine Ringe schneiden (hab ich auch gleich gehobelt, aber mit einer anderen Einsatzscheibe, damit die Ringe schön dünn wurden. Karotten, Curryblätter, Ingwer und Rosinen dazugeben und anbraten. Kokosmilch und Salz dazugeben, alles 10 min. dünsten - die Karotten sollten noch gut Biss haben. Währenddessen die Erdnüsse rösten, unterrühren. Garam Masala, Kurkuma und Ahornsirup zugeben, alles 5 min. durchziehen lassen, damit sich alle Aromen gut vermischen. Mit dem grob gehackten Koriander bestreuen und servieren.

Dazu passt Basmati-Reis. Zu asiatischen Gerichten mag ich ihn gern ungesalzen und mit relativ viel Wasser (1 Teil Reis, 2 Teile Wasser) gegart, damit er ein bissl klumpt und nicht so körnig auseinanderfällt, wie wir ihn in Mitteleuropa normal essen. Bei Curry mag ich es gern, wenn Reis so ist, dass man ihn gut mit Stäbchen nehmen könnte - auch wenn ich die eher selten zum Essen verwende, aber das ist so ein Tick von mir. ;)




Wieder ein Beitrag für Katharinas Tierfreitag!

tierfreitag

Freitag, 17. Januar 2014

Winterliche Ripperln

Irgendwann zu den Weihnachtsfeiertagen habe ich während der Hausarbeit den Fernseher laufen lassen - natürlich hab ich nach einer Kochsendung gesucht und fand Nigella Lawson. Das Rezept klang dermaßen toll, dass ich nicht anders konnte, als es nachzukochen. Ob die Mengenangaben nun ganz korrekt sind, kann ich nicht sagen, denn ich habe alles Auge mal Pi nachgemacht, auch die Garzeit. Es war auf jeden Fall umwerfend gut, also muss es in irgendeiner Weise richtig gewesen sein. Außerdem ist das ein total einfaches Essen, bei dem man wohl nicht viel verhauen kann. Man muss nur vorher die Marinierzeit berücksichtigen und auch die doch relativ lange Zeit, die die Ripperln im Rohr brauchen.

Als Beilage gab es bei uns Basmatireis und der Küchenschabe ihren Ananas-Pak Choi.
 
 

Für 3 Portionen:

Und schon stehe ich vor dem ersten Problem: Wie nennt man denn einen guten halben Meter Ripperln so in Mengenangaben? Ich hab beim den Fleischhauer meines Vertrauens gefragt, wie viel ich für drei Personen brauchen würde. Und er hat mir eben diesen halben Meter gegeben. Jedenfalls lässt man sich diesen halben Meter dann gleich in Stücke schneiden. Das waren bei uns 16 Einzelstücke.

Die restliche Zutatenliste ist überschaubar:
1 kleines Glas Preiselbeermarmelade
1 ebensolches Glas süße Chilisauce
2 solcher Gläser dunkle Sojasauce
1 Bio-Limette
1 Bio-Mandarine
Bratschlauch

Die Zubereitung: Bratschlauch an einem Ende gut verschließen, alle anderen Zutaten da hineinkippen. Am besten zuerst die Preiselbeermarmelade und dann gleich das leere Glas als Maßeinheit für Chilisauce und Sojasauce verwenden. Von den Zitrusfrüchten erst den Saft auspressen, rein damit, dann gleich die Schale mit hinein. Gut verschließen und ab damit in den Kühlschrank. Bei mir haben die Ripperln 24 Stunden mariniert.

Backrohr auf 180 Grad vorheizen, den gefüllten Bratschlauch in ein passendes Gefäß legen und eineinhalb Stunden braten lassen. Dann alles aus dem Rohr holen, die Ripperln aus der Marinade nehmen und noch einmal eine halbe Stunde ins Backrohr geben, damit sie schön knusprig werden.
Während der letzten halben Stunde kann man gut die Beilagen vorbereiten.



Falls jemand eine Kochanleitung für den Basmati-Reis braucht:
1 Tasse Reis mit eineinhalb Tassen Wasser aufkochen, Herd ausschalten und den Reis quellen lassen. Bei mir wird Reis für asiatische Gerichte nicht gesalzen.


Für den Pak Choi:
6 Stück Pak-Choi
1/2 Ananas (meine war recht groß), in Stückchen geschnitten
1 grüner Chili, gehackt
2 EL Sojasauce
Erdnussöl zum Anbraten

Pak-Choi in breite Streifen schneiden. Wok sehr heiß aufheizen, Pak Choi drei Minuten pfannenrühren. Ananas und Chili zugeben, nochmals zwei Minuten braten. Sojasauce zugießen und alles gut vermischen.



Wie es geschmeckt hat? Sehr gut! Ich habe mich gefragt, warum ich eigentlich noch nie Ripperln selber gekocht habe. Es ist wirklich ein denkbar einfaches Rezept. Das Fleisch war durch die lange Garzeit wunderbar zart und ist fast von selber vom Knochen gefallen.

Freitag, 30. August 2013

Chinesischer Schweinsbraten mit Kriecherl-Sauce

Ja, ich kann noch Kriecherln essen trotz dieses Marathons, den ich derzeit absolviere. Man muss die Dinger halt nur abwechslungsreich verarbeiten. Und das ist ein kleineres Problem als ich ursprünglich gedacht hatte. Schon lange hatte mich Elines Schweinsbraten mit dem Plopp angelacht, Nigel Slater inspirierte mich in seinem Tender-Obst mit einer Haferpflaumen-Sauce, die er übrigens ganz ident auch zu Ente serviert. Ente kann ich mir auch sehr gut vorstellen mit meiner Kriecherl-Sauce.



Elines Schweinerei lest ihr bitte bei ihr selber nach - besser kann ich das auch nicht erklären. Nur das Würzen habe ich nach Nigel Slater gemacht.
Falls jemand meint, man kann Szechuanpfeffer durch normalen schwarzen Pfeffer ersetzen, dann nimmt er sich selbst ein großes Vergnügen, nämlich wenn man den Szechuanpfeffer sanft in einer Pfanne anröstet und er seine Aromastoffe freisetzt. Das duftet! Und diesen Duft findet man sonst nirgends, der ist ganz einmalig.

Rechtzeitig beginnen! Das Fleisch muss über Nacht im Gewürze-Rub ruhen.

Zur Kriecherl-Sauce ist zu sagen, dass die britischen Haferpflaumen deutlich süßer zu sein scheinen als die österreichischen Kriecherln. Die Zuckermenge musste ich dezent verdoppeln, sonst hätte es uns die Schuhe ausgezogen, so sauer sind meine Kriecherln gewesen. Außerdem musste ich die Sauce auf die halbe Menge einkochen, weil sie dünn wie Suppe war und auch zu wenig Geschmacksintensität mitgebracht hätte. Im Endeffekt habe ich so viel geändert, dass ich mich eigentlich nur bedanken kann für die Idee zur Sauce. Wer das Rezept genau nachkochen will, sollte sich das Kochbuch kaufen, weil hier ist alles umgekrempelt von vorn bis hinten. Es ist eine fruchtige süß-saure Sauce geworden, die wirklich gut schmeckt.



Für 6 Portionen:
1 1/2 kg Schweinebauch
2 EL Szechuanpfeffer
3 EL grobes Meersalz
1 TL Anis (bei Nigel Slater Pulver, das hatte ich nicht, daher habe ich Anissamen mit dem Rest der Gewürze mit dem Mörser atomisiert)

Szechuanpfeffer in einer beschichteten Pfanne anrösten - sanft! Anrösten, nicht anbrennen. Wenn die Körner anfangen zu knistern, Pfanne vom Herd nehmen. Pfeffer mit Anis und grobem Salz im Mörser ganz fein mörsern, bis man ein beiges Pulver hat. Das Fleisch schröpfen (= Schwarte über Kreuz einschneiden, nur die Schwarte, nicht bis ins Fleisch) und mit dem Gewürzpulver gut einreiben. Über Nacht im Kühlschrank ruhen lassen.

Am nächsten Tag Elines Blog aufmachen und das Schwein nach Anleitung zubereiten. Falls jemand die Variante von Nigel Slater wissen will: Er brät das Fleisch bei 200 Grad für eine Stunde und begießt es ab und zu mit dem Bratensaft, danach lässt er es 10 - 15 min. ruhen.

Während das Fleisch brät, kann man gemütlich die Sauce zubereiten.

1 kg Kriecherln
6 EL Zucker
1 nussgroßes Stück Ingwer
4 Sternanis
1/2 TL Salz
2 EL milden Weinessig

Tropfnasse Früchte im Topf vorsichtig erwärmen. Sobald sie aufplatzen, safteln die sehr stark, sodass man kein weiteres Wasser zugeben muss - im Gegenteil, ich habe die Sauce noch ordentlich eingekocht. Ingwer mit Schale (so gelernt bei Sohyi Kim) in feine Scheiben schneiden. Kriecherln mit Ingwer, Sternanis und Salz 10 bis 15 min. kochen. Nigel Slater hat dunkle Früchte und gibt Rotweinessig zu, ich habe Weißweinessig zu meinen hellen Kriecherln genommen. Nach 5 min. weiterer Kochzeit die Sauce durch ein Sieb passieren und dann noch einmal 15 min. einreduzieren, bis sie Marmelade-ähnliche Konsistenz hat. Auskühlen lassen.

Nigel Slater serviert den Schweinsbraten mit blanchierten Wirsing-Streifen. Bei uns gab es Reis und gedämpften Pak Choi dazu.



Schlechtes Foto: Man sieht nicht, wie schön die Kruste aufgepoppt ist. Aber was man gut sehen kann ist, wie das Fett ausgebraten ist. Mit Elines Methode ist das Fleisch sehr saftig und man kann auf diese Weise Schweinebauch auch Fett-Phobikern vorsetzen.
Das Fett sollte man unbedingt aufheben, das kann man sich dann am nächsten Tag als Bratlfett aufs Brot schmieren.

Dienstag, 16. Juli 2013

Gurkensalat mit Räucherforelle


Heiß wird es heute. Zeit für einen Salat. Entdeckt in Valentinas Kochbuch und für sehr gut befunden, daher darf der Salat in meinen Blog.


Für 1 Hauptspeisportion:
1/2 Schlangengurke
1 EL Reis
1/2 TL schwarze Pfefferkörner
1 Prise (brauner) Zucker
50 ml Kokosmilch
1 TL Zitronensaft
1 EL Fischsauce
2 Stängel Thaibasilikum + Minze
Salz
1 geräuchertes Forellenfilet


Die Gurke wird laut Originalrezept geschält, bei mir nicht, denn es war eine mit ganz feiner, dünner Schale. Man viertelt die Gurke dann und schneidet die Kerne heraus. Die Gurke in 2 cm breite Stücke schneiden.
Reis und Pfefferkörner ohne Fett anrösten (ca. 3 min.), danach in einem Mörser ganz fein mörsern.
Kokosmilch, Zitronensaft und Fischsauce langsam erhitzen, salzen. Das Thaisbasilikum habe ich in Streifen geschnitten, bei Valentina werden sie zerzupft.
Die Gurke mit der Sauce mischen und anrichten. Forelle in grobe Stücke reißen, vorsichtig unterheben. Reispulver auf dem Salat verteilen, Kräuter drüberstreuen.

Dazu ein Stück Brot nehmen, raus auf Balkonien gehen, sich mit dem Salat in ein schattiges Winkerl setzen und über den Sommer freuen.



„Sommer ist die Zeit, in der es zu heiß ist, um das zu tun, wozu es im Winter zu kalt war.“
 (Mark Twain)


Mit der Forelle ist das wieder einmal ein Beitrag für Peggys Ganzjahresevent.

Freitag, 19. April 2013

Gebratener Venero-Reis mit Garnelen

Nun habe ich aber lange Abstinenz betrieben, daher eeendlich wieder ein Ottolenghi-Rezept, dieses Mal aus dem Guardian. Zu meiner Freude dachte ich: Ha! Er hat bezüglich der Menge dazugelernt, er gibt nämlich an: für 2 bis 4 Personen. Für 2 Personen ist es ein Hauptgericht, für 4 Personen ist die Menge, die man wohl in seinem Restaurant serviert bekommt.
Er schreibt, es ist eines seiner Lieblingsessen, wenn man einen langen und anstrengenden Tag hinter sich hat. So, so! Ich habe deutlich mehr als eine Stunde gekocht, obwohl ich beim Kochen durchaus flink bin. Die ganzen Zutaten waschen und klein schneiden, vorgaren, diese vielen Gewürze zusammensuchen etc., das dauert ganz schön. Ehrlich gesagt würde ich mir diese Arbeit nach einem langen Arbeitstag nicht mehr antun.
Aber egal. Es hat wirklich gut geschmeckt.

Ein bissl ein Problem sind die Fotos. Ich habe riso venero genommen. Schwarzer Reis färbt halt alles, was mit ihm in einem Topf ist, auch schwarz oder zumindest irgendwie schmutzig-braun. Dennoch würde ich diesen Reis für dieses Essen immer wieder nehmen, weil er wunderbar den Biss behält und nussig schmeckt.

Zu den Fisolen, die 3 Minuten blanchiert werden: Schön langsam geht mir das auf die Nerven! Das wird offenbar Mode, dass man Fisolen nur einmal aufkochen lässt oder maximal 2 - 3 Minuten blanchiert. Das quietscht zwischen den Zähnen, dass es mich gruselt! Hier werden sie nachher zumindest noch gebraten, aber 3 Minuten sind mir zu wenig. Ich habe sie 6 Minuten gekocht. Sie waren auch nach dem Braten kein Gatsch, sondern fest genug, aber sie haben nicht mehr gequietscht.





150 g kurzkörnigen braunen Reis (ich: riso venero)
320 ml Hühnerfond
4 EL Sonnenblumenöl
3 große Eier, leicht verschlagen
Salz
schwarzer Pfeffer
8 Frühlingszwiebeln, in 0,5 cm Scheiben geschnitten (ich: 1 Bund, also 4 Stück, reicht auf jeden Fall!)
150 g schmale Fisolen,  gewaschen und geputzt, 6 min. gekocht
150 g Kohlsprossen oder Wirsing, in 0,5 cm Scheiben geschnitten (ich: Winter ist vorbei, daher habe ich 1/2 Kohlrabi genommen, hat wunderbar gepasst)
250 g rohe Garnelen, geschält und vom Darm befreit
2 Knoblauchzehen, in dünne Scheiben geschnitten
10 g Ingwer, geschält und in Julienne geschnitten (ich: auf der groben Reibe gerieben)
1 rote Chilischote, entkernt und in dünne Scheiben geschnitten
1 TL Sojasauce
2 TL Reisessig
10 g abgezupfte Koriander-Blättchen
Sriracha Sauce (= scharfe Chili-Sauce)

Den Reis waschen und mit dem Hühnerfond auf kleiner Flamme garen - bei mir 45 Minuten, weil ich riso venero genommen habe, aber anderer brauner Reis braucht auch fast so lange. Nach dem Kochen vom Herd ziehen und 10 min. ruhen lassen.
Wenn man den Reis zustellt, sollte man gleich die Zutaten vorbereiten, wie sie oben in der Zutatenliste beschrieben, sonst kommt man mit der Zeit ins Schleudern.
Die Eier mit einer Prise Salz und Pfeffer würzen, einen EL Öl in einer beschichteten Pfanne erhitzen und eine Eierspeis (= Rührei) draus machen. Zur Seite stellen.
Einen weiteren EL Öl in einer großen Pfanne oder einem Wok erhitzen. Frühlingszwiebeln unter Rühren für zwei Minuten braten, dann kommen die Fisolen und Kohlsprossen (ich: Kohlrabischeibchen) dazu, mit einer Prise Salz würzen. Alles zusammen 5 Minuten rührbraten, bis das Gemüse Farbe angenommen hat. Gemüse aus der Pfanne heben. Zur Seite stellen.
Einen weiteren EL Öl in die Pfanne geben, die Garnelen, Knoblauch, Ingwer und Chili dazugeben, je nach Größe der Garnelen 3 - 5 Minuten braten. Aus der Pfanne heben. Zur Seite stellen.
Das restliche Öl in die Pfanne geben. Den Reis hinzufügen und ohne Rühren ca. 1/2 Minute braten. Sojasauce und Essig dazugeben, für weitere zwei Minuten rührbraten.
Nun alle gekochten Zutaten zum Reis geben und schonend erwärmen.

Sofort servieren, mit abgezupften Korianderblättern und Sriracha Sauce garnieren.



Manöverkritik: Ein wirklich ganz feines Essen, in der Zubereitung aber relativ zeitaufwändig.

Samstag, 29. Dezember 2012

Som Tam - Salat aus grüner Papaya

Normalerweise koch ich ja saisonal und regional. Normalerweise. Und dann gibt es Zeiten wie diese, wo alles in mir nach Süden und Sonne schreit.  Ich will Urlaub in der Sonne! Na gut, wenigstens Urlaub am Teller. 
Im Wienerwald, auf den Steinhofgründen, Lainzer Tierpark etc. war das Betreten verboten, weil die vereisten Baumteile oft im Sekundentakt abgebrochen sind, manchmal sind ganze Bäume durch den Frost aufgefroren und umgefallen, zahlreiche Straßen waren gesperrt, die beiden Straßenbahnlinien bei mir hier waren für einige Zeit eingestellt, weil Äste heruntergebrochen waren. Wir hatten wirklich eine Ausnahmesituation in den letzten Tagen.
Schaut euch das an, so hat es in Wien in den letzten Tagen ausgeschaut. Und das ist kein Schwarz-Weiß-Foto.


Traditionell gehen der Turbohausmann und ich zu Weihnachten essen. Und in Wien haben kaum heimische Lokale am 24. Dezember offen, daher gibt es da immer exotisches Essen, dieses Mal vietnamesisch im Saigon.  Ob dieser Salat nun authentisch vietnamesisch ist oder nicht, weiß ich nicht, jedenfalls gibt es den in dem Lokal. Und ich wollte den unbedingt sofort und auf der Stelle nachmachen. Ich habe nun erstmals nach einem Video nachgekocht. Wer nachschauen will, hier ist es:



Was ich allerdings nicht in den Salat getan habe, waren rohe Fisolen. Das gehört zu den Dingen, die ich als Kind eingeimpft bekam und die ich einfach nicht aus dem Kopf rausbringe: Fisolen sind giftig, wenn man sie roh isst. Ich hab absolut keine Ahnung, ob das stimmt, aber ich mag es nicht probieren, obwohl die Leute in Südostasien es offenbar gut aushalten können, die laufend zu essen.

So eine grüne Papaya zu bekommen, ist in Wien übrigens keine Hexerei. In Asia-Geschäften in den Kühlgeräten liegt fast überall eine. Schon schwieriger ist es, eine zu bekommen, die keine Druckstellen hat und schön fest ist.

Das Schälen ist auch keine Sache: einfach mit dem Sparschäler. Dann wird es allerdings schon schwieriger. Es gibt theoretisch einen Sparschäler, der ganz feine Julienne schneidet, aber den hätte es nur bei einem großen Versand gegeben, bei dem ich aber nicht einkaufe, weil ich meine Buchhandlungen und das kleine Geschirrgeschäft ums Eck weiter haben möchte. Auch wenn ich dann ohne das ein oder andere Gimmick auskommen muss. ;)


Auf dem Video sieht man die traditionelle Methode: die Papaya oftmals einhacken und die entstehenden Streifen ganz dünn abtragen. Ich habe es ehrlich versucht, aber da braucht man Muskeln! Mir war das echt zu mühsam. Ich habe einfach meine Börnerhobel genommen und die Papaya in feine Streifen gehobelt.
Und dann kam das nächste Problem: man sollte nämlich alle Zutaten in einen großen Mörser geben und miteinander verarbeiten. Mein Mörser ist viel zu klein, als dass ich da eine solche Menge reinbringen würde. Also habe ich vorsichtig in einer Schüssel mit dem Stößel des Mörsers gearbeitet. Das war aber nicht genug. Der Salat hat schon gut geschmeckt, aber die Papaya war nicht so weich geklopft, wie es sein sollte. Sollte ich den Salat wieder einmal machen wollen, würde ich aber dennoch nicht extra deswegen einen großen Mörser kaufen, weil für uns war die Konsistenz okay.

Zutaten für 2 Portionen:
1 grüne Papaya
1 Chili (ich: Habanero)
1 - 2 Limetten (je nach Saftmenge, ich hatte 1 Esslöffel voll)
2 TL brauner Zucker (im Original: Palmzucker)
1 Knoblauchzehe
1 Hand voll Kirschparadeiser
1 EL Fischsauce
2 EL geröstete Erdnüsse
nach Wunsch: 1 Hand voll Fisolen (grüne Bohnen)

Papaya in feine Streifen hobeln. Paradeiser halbieren. Knoblauch und Chili in den Mörser geben und gut bearbeiten - wenn man es weniger scharf haben will, die Kerne aus den Chilis kratzen. Zucker beigeben, mörsern. Erdnüsse dazugeben, mörsern. Fischsauce und Limettensaft dazugeben, alles mörsern. Dann kommen Paradeiser und Papaya, wer mag Fisolen dazu und alles miteinander mörsern, bis die Papayastreifen nicht mehr steif sind.


Bei uns gab es diese Saté-Spieße als Hauptgericht und den Salat als Beilage. Hat vorzüglich gepasst.
Nur habe ich einen Habanero in die Erdnusssauce gegeben und einen Habanero in den Salat. Das war ziemlich grenzwertig! Gut, dass es draußen so verdammt kalt ist, da kann man diese Wärme von den Chilis schon aushalten. Im Sommer würde ich das eher nicht empfehlen.



Sonntag, 1. Juli 2012

Mise en Place!

Sollte jemand nicht wissen, was das bedeutet: Spätestens, nachdem man dieses Essen gekocht hat und heftig ins Schleudern gekommen ist, wenn nicht jede einzelne Zutat vorbereitet und fertig hergerichtet wurde, hat man es gelernt. Perfekte Mise-en-Place-Arbeiten sind hier Voraussetzung, dann ist ein gutes Essen im Handumdrehen fertig.
Man kann alles vorbereiten und im Kühlschrank aufbewahren. Was bei der Zubereitung am längsten dauert, ist das Reiskochen für die Beilage.


Das erste heimische Spitzkraut ist auf dem Markt!

Zutaten für 2 Personen:
1 Hühnerbrust, in Streifen geschnittten
1 EL helle Sojasoße (evtl. mehr zum Nachwürzen)
1 EL Reiswein
 2 Teelöffel dunkles Sesamöl
1/4 Teelöffel Salz
1/4 TL gemahlener Pfeffer, vorzugsweise weißer
1/4 Teelöffel Zucker
2 EL Erdnussöl oder Rapsöl
1 EL gehackter Knoblauch
1 EL fein gehackter Ingwer
1 mittelgroße Karotte, in streichholzdünne Stifte geschnitten (ca. 1 Tasse)
1 mittelgroße Paprika, ebenfalls in dünne Stifte geschnitten (ca. 1 Tasse)
300 g Spitzkraut, in möglichst dünne Streifen geschnitten
1 Hand voll Korianderblätter, grob gehackt

So sollte der Arbeitsplatz vorbereitet sein - alles auf einen Griff erreichbar und in der richtigen Menge bereit gestellt.

Alle Zutaten wie beschrieben vorbereiten.

In einer kleinen Schüssel Sojasauce, Reiswein und Sesamöl mischen. Salz, Pfeffer und Zucker in einem anderen Schüsserl mischen.

Einen Wok oder eine große Pfanne erhitzen, dann 1 EL Öl (Erdnuss oder Raps) in die heiße Pfanne geben, noch einmal sehr heiß werden lassen und dann die Hühnerbruststreifen rasch anbraten, bis die Streifen hellbraun sind, dann Knoblauch und Ingwer 10 Sekunden mitbraten. Dann restliches Öl zugeben, Kraut, Paprika und Karotte dazugeben und eine Minute auf großer Hitze weiter braten. Sojasauce-Mischung und Gewürzmischung dazugeben, noch einmal zwei Minuten braten, bis das Gemüse knackig gebraten ist. Pfanne vom Herd ziehen, Koriander untermischen. Servieren.

Dazu passt Reis.


Quelle: New York Times



Manöverkritik: Es ist ein typisches Rezept der New York Times. Sehr gesundheitsbewusst, also wenig Fett, praktisch keine Kohlehydrate, dafür viele Vitamine und Eiweiß. Das ursprüngliche Rezept war mit Tofu statt Hühnerfleisch und ich denke, Tofu schmeckt hier ebenfalls. Das Essen ist sehr rasch zubereitet, also passend zu der Stadt, die niemals schläft, sondern immer sehr geschäftig ist. Schmecken tut's gut und so halte ich das Kochen auch bei 36 Grad aus.


Damit ich nicht vergesse: Tobias sammelt wieder Rezepte für seinen Rezepte-Basar am Wochenende.

Montag, 25. Juni 2012

Küchenschabes Saté-Spieße mit Erdnusssauce

Zu meinen liebsten Blogs gehört der von der Frau Küchenschabe. Nur blöd: einmal reinschauen und ich muss schon wieder drei bis vier Rezepte abspeichern. Nun hab ich mir selbst auferlegt, damit das hier nicht ein vollkommener Backup-Blog wird, gibt es nur mehr ein Küchenschabe-Rezept pro Monat. Dieses Mal sind die fantastischen Satè-Spießchen dran: Schnell zu machen und schmecken hervorragend!



Für 2 Personen:
1 Hühnerbrust (Turbohausfrau: 4 ausgelöste Hendlhaxerln)
1 Knoblauchzehe, gehackt
2 cm frischer Ingwer, grob gehackt
1 TL Chiliflocken
1 TL Kurkuma
1 TL Kreuzkümmel
1 TL Korianderkörner
1 TL Sesamöl
6 EL Sojasauce
1 TL brauner Zucker

Erdnusssauce:
2 Frühlingszwiebeln
3 EL Erdnussöl
1 TL Zitronengras, gehackt
125 g Erdnussbutter
1 EL grob gehackte, gesalzene Erdnüsse
250 ml Kokosmilch
2 EL Sojasauce
1 Habanero, fein gehackt (Turbohausfrau: 1 gehäufter TL Chilipaste von "Kim kocht")
Limettensaft
Salz



Alle Zutaten für die Mariande fein pürieren. Das Hühnerfleisch in lange, schmale Streifen schneiden und etwa 2 Stunden marinieren.
Für die Erdnusssauce die Frühlingszwiebeln samt Grün in Scheiben schneiden und in Öl weich dünsten. In einem Topf Erdnussbutter mit Kokosmilch, Sojasauce, Zitronengras, Erdnüssen und Chili auf kleiner Flamme gut verrühren. Die gedünsteten Frühlingszwiebeln unterrühren und mit Salz und Limettensaft abschmecken. Ich habe wie die Küchenschabe drei Esslöffel Limettensaft genommen.

Hühnerfleisch aus der Marinade heben, abtupfen und wellenförmig auf Holzspieße stecken. Wir haben die Spieße auf dem Holzkohlengrill auf beiden Seiten 4 Minuten gegrillt. Hühnerbrust geht sicher schneller, ich würde mal schätzen 3 Minuten pro Seite.
 
Dazu gab es ungesalzenen Jasminreis und Apfel-Minz-Raita (aus einem säuerlichen Apfel, einem EL gehackten Orangenminze-Blättern und zwei Schöpfern griechischem Joghurt).


Manöverkritik: Das wird sicher ein  Favorit, der immer wieder gekocht wird.

Samstag, 23. Juni 2012

Spaghetti mit Nordseekrabben und Thaibasilikum

Nun hab ich meinem Balkon ein ganzes Posting gewidmet und so viele meiner Sachen doch nicht gezeigt. Vor allem nicht den Turbohausmann, wenn er auf seinem hart erkämpften freien Platzerl auf der Liege liegt. Das ist nämlich jedes Jahr wieder eine Debatte, wenn ich meinen Bepflanzungsplan erstelle.
Ich plane ca. eine Million Töpfe mit ca. drei Millionen Pflanzen zu bestücken, dazwischen einen schmalen Gang, auf dem man sich durchschlängeln kann zwecks Unkraut zupfen, ernten etc.
Er: "Kriege ich dieses Jahr Platz für eine Liege?"
Ich: "Ist das wirklich notwendig? Wir haben doch eh nie Zeit, um faul herumzuliegen."
Er: "Ich würde aber gern auch einmal ausprobieren, wie das ist."
Ich: "Platz für den Grill reicht nicht? Kannst du davor sitzen und Bier trinken."
Er - verdreht die Augen.
Ich - krieg ein schlechtes Gewissen und plane um 20 Töpfe und 60 Pflanzen weniger.

 
Aber das hier ist ja bekanntlich ein Ess-Blog und kein Eheratgeber-Blog. Also back to topic!
Mein Thaibasilikum ist zwar keine Riesenpflanze, aber ich kann es einmal wöchentlich beernten und das scheint ihm eher gut zu tun als zu schwächen. Nun war wieder einmal Erntezeit und ich habe ein schnelles Rezept aus dem Ärmel geschüttelt.

Thaibasilikum


Zutaten für 2 Personen:

2 Knoblauchzehen, fein gehackt
1 Stängel Zitronengras (hab ich auch auf Balkonien, auch noch nicht fotografiert)
1 EL Olivenöl
250 ml Kokosmilch
150 g Nordseekrabben
1 Chili oder 1 TL Chilipaste (Turbohausfrau: Chilipaste vom "Kim kocht")
1 Hand voll Thaibasilikum, Blättchen abgezupft und grob gehackt
250 g Spaghetti
Salz

Das ist die Menge, die ich für 2 Personen genommen habe.


Wasser für die Nudeln zustellen. In der Zwischenzeit Knoblauch und Krabben in Olivenöl anschwitzen, gehackte Chili bzw. Chilipaste mitrösten. Den weißen Teil vom Zitronengras, also das kleine Knöllchen am unteren Ende erst flach drücken und dann ganz fein hacken, dazugeben. Mit der Kokosmilch aufgießen und reduzieren, bis die Sauce dickflüssig ist. Das Thaibasilikum kurz vor dem Servieren unter die Sauce mischen. Nudeln kochen und mit der Sauce vermengen.


Was es noch zu sagen gibt: Hervorragende Kombination, die man ruhig ordentlich scharf würzen kann.

Und weil es so schön schnell geht, darf mein Rezept bei der Cucina rapida dabei sein.

Cucina rapida - schnelle Küche für Genießer. Ein Blog-Event von mankannsessen.de

Dienstag, 8. Mai 2012

Mee goreng

Hier fragt die Frau Salzkorn tatsächlich, ob wir den Herrn Ottolenghi vergessen haben. Wie könnte ich! Wobei ich schon zugeben muss, dass ich noch lange nicht das ganze Kochbuch "Genussvoll vegetarisch" durch habe, schon gar nicht sein erstes und erst recht nicht die Guardian-Rezepte, die man im Internet findet. Da kann man wohl viele Jahre nachkochen. Und das werde ich gern tun. Auch voll Vorfreude, weil ich bald beim ihm essen werde. Der Turbohausmann verdreht schon die Augen bei dem Gedanken, dass ich das mittlerweile recht mitgenommene Kochbuch kreuz und quer durch London schleppen will, um es mir signieren zu lassen.

Dieses Rezept geht recht rasch, wenn man alle Zutaten sorgfältig vorbereitet. Tut man das nicht, kommt man beim Kochen sicher schön ins Schleudern.


Für 2 Personen:
2 EL Erdnussöl
1/2 Zwiebel, geschält und gehackt
200 g Tofu in Streifen geschnitten
100 g Fisolen, geputzt und halbiert (Turbohausfrau: einige Minuten blanchieren)
100 g Pak Choi, Blätter und Stängel in grobe Stücke geschnitten
300g Eiernudeln (Turbohausfrau: vorkochen, wenn man keine ganz frischen nimmt)
1 1/2 TL gemahlener Koriander
1 TL gemahlener Kreuzkümmel
2 TL Chilipaste (Turbohausfrau: die von "Kim kocht")
2 TL Sojasauce dunkel
2 EL Sojasauce hell
50 g Sojasprossen
1 Handvoll zerkleinerter Eisbergsalat (Turbohausfrau: weggelassen)

Zum Servieren: 1 EL knusprig gebratene Schalotten, Zitronenscheiben und Chilipaste




Einen Wok (Turbohausfrau: eine große Pfanne) stark erhitzen. In die heiße Pfanne erst das Öl geben, noch einmal kurz heiß werden lassen, Zwiebel dazugeben und ein paar Minuten rührbraten. Tofu und Fisolen mitbraten, bis der Tofu ein bissl Farbe angenommen hat - das dauert zwei bis drei Minuten. Immer sehr vorsichtig rühren, um den Tofu nicht zu zerbrechen. Pak Choi und Nudeln dazugeben und ein paar Minuten mitbraten. Dann die Gewürze dazugeben: Chilipaste, beide Sojasaucen, Sojasprossen und einen Esslöffel kaltes Wasser, alles sorgfältig vermischen.
Wenn man ihn verwendet, den klein geschnittenen Eisbergsalat über die Nudeln streuen. Mit Zitronenscheiben und extra Chilipaste servieren.


Was noch zu sagen wäre:
Nettes, wenig spektakuläres, schnelles, veganes Essen. Die im Rezept angeführten knusprig gebratenen Schalotten habe ich gemacht und man sieht, wie die hier unglücklich über dem Essen liegen. Die brauche ich persönlich nicht und würde ich auch nicht mehr machen. Richtig interessant wurde das Essen erst, als ich es schön scharf abgeschmeckt habe - der Turbohausmann hat wieder einmal hinter den Ohren geschwitzt, was er seit Petras Teufelshuhn nicht mehr gemacht hat. Also auf jeden Fall genug Chilipaste zum Würzen nehmen!

Donnerstag, 3. Mai 2012

Asiatisches Wienerschnitzel in süßsaurer Tunke

Als ich dieses Rezept gesehen hatte, dachte ich, nein, geht nicht. Gar nicht. Weil paniertes Schnitzel und Sauce geht nie. Und dann noch süßsaure Sauce - schreckliche Erinnerungen an Chinarestaurants aus frühen Jahren schlichen sich ein.
Aber andererseits bin ich immer noch ein bissi irregeleitet seit unserem Aufenthalt in Ägypten im letzten Jahr, wo ich jeden Tag meinen Guavensaft trinken durfte, so richtig vor meinen Augen frisch gemacht. Also bin ich aus Urlaubsgründen sehr anfällig, was diese süßen exotischen Safterln angeht. Und die Kombination aus Litschi und Ananas klang irgendwie schon sehr ansprechend. Probieren kann man es ja. Und ich muss sagen, es war ein Hammer. Diese Sauce! Sowas von gut!
Okay, die Sache mit dem Schnitzel und der Tunke ist schon ein bissi abartig, aber man kann das ja alles getrennt servieren und muss das Schnitzel nicht gleich ersäufen. So kann sogar ich als Wienerin das durchgehen lassen. Und die Zutaten habe ich mir auch erlaubt ein bissl zu ändern. Wie immer halt. ;)



Für die Sauce:
3 EL braunen Zucker
1 EL Ketchup
1 EL Sojasauce
3 EL Reisessig
1/8 l Litschisaft
1/8 l Anananssaft
1 EL Maizena, in sehr wenig eiskaltem Wasser aufgelöst ( 2 - 3 EL Wasser reichen)
eventuell Salz

Zucker, Salz, Ketchup, Sojasoße, die Säfte und Essig in einem Topf zum Kochen bringen und dabei rühren, damit sich der Zucker auflöst. Die in Wasser aufgelöste Stärke einrühren und unter ständigem Rühren weiter erhitzen, bis die Soße schön eingedickt ist - eine Tunke eben. Abschmecken und wenn nötig salzen.
Die Sauce mindestens eine Stunde, besser über Nacht im Kühlschrank durchziehen lassen. Vor dem Servieren wieder aufwärmen.



Für die Marinade:

1/8 l Reisessig
3 Zehen Knofi, fein gehackt
2 EL Zucker

Alle Zutaten gut verrühren. 1/2 kg Schweinsschnitzel in die Marinade einlegen und über Nacht im Kühlschrank durchziehen lassen. Dabei ab und zu die Schnitzel umschichten, damit jedes gleich viel Marinade abbekommt.

Für die Zubereitung eine Panierstraße machen, bestehend aus 1 Teller voll Mehl (griffig), 1 Teller mit 2 Eiern (verschlagen) und 1 Teller mit Panko. Die Schnitzel aus der Marinade heben und mit Küchenrolle gut abtupfen. Wie Wienerschnitzel panieren und in Fett schwimmend backen.



Dazu passt Jasminreis. Ungesalzen natürlich! Ich habe als Beilage noch Pak Choi gedünstet und mit Sesam und Ingwer gewürzt.

Es war ein perfektes Essen. Rein gar nichts kann man da dran aussetzen. Also der Turbohausmann und ich auf jeden Fall nicht und das will was heißen.

Genau das hier ist übrig geblieben:

Mittwoch, 1. Februar 2012

Petras Teufelshuhn

Petra vermittelt mir immer so dein Eindruck, dass es den Leuten um sie herum einfach gut gehen muss. Zum Beispiel wenn sie ihre Tochter nach einem Jahr im Ausland willkommen heißt oder ihren Austauschschüler verabschiedet. Aber dann postet sie Rezepte, die den Turbohausmann sogar hinter den Ohren schwitzen lassen! Also ganz so harmlos scheint sie dann doch nicht zu sein. Ich habe mir erlaubt, ihr Gong bao ji ding einfach umzubenennen in Teufelshuhn.
Oder vielleicht hätte ich doch nicht 15 von den ägyptischen Chilis verwenden sollen?



Für 2 Personen
2 Hühnerbrüste, in Stücke geschnitten (Turbohausfrau: 1 Stück mit fast 300 g)
1 TL Shaoxing Reiswein
1 El Speisestärke
2 EL Öl
1 EL Sichuanpfeffer-Öl
1 Knoblauchzehe (in feinen Scheibchen)
2 1/2 cm Ingwer (geschält, auch in feinen Scheibchen)
10-15 rote fingerlange getrocknete Chilischoten (Turbohausfrau: oder weniger!)
4 EL geröstete Erdnüsse
3 Frühlingszwiebeln (in Ringe geschnitten)

Für die Soße:
1 1/2 EL Sojasauce
1/2 EL dunkle Sojasauce
1-2 TL Chinkiang Essig; schwarzer Essig
1/2 TL Shaoxing Reiswein
1 TL Zucker
Pfeffer
2 EL Wasser
1 TL Speisestärke



Zuerst das Sichuanpfefferöl herstellen: Man übergießt 10 g Sichuan-Pfefferkörner mit rauchheißem Öl (Turbohausfrau 3 EL Öl) und lässt es mindestens 2 Stunden ziehen. Dann abseihen und das Öl ist gebrauchsfertig.


Die Hendlbruststücke für 10 Minuten mit Speisestärke und Reiswein marinieren. Währenddessen die Zutaten für die Soße verrühren.

1/2 EL Öl stark erhitzen und das Hühnerfleisch portionsweise so lange darin rührbraten, bis die Oberfläche nicht mehr roh aussieht. Fleisch herausnehmen.

Restliches Öl und Sichuanpfefferöl in die Pfanne geben und stark erhitzen. Knoblauch und Ingwer dazugeben und kurz umrühren, dann die Chilischoten hineinlegen. Rührbraten, bis die Schoten ihr pikantes (bei Petra, tränentreibendes bei mir) Aroma freigeben. Hendlfleisch wieder zugeben, kurz umrühren, die Soße dazugießen. Unter ständigem Rühren braten, bis die Sauce das Fleisch gut überzogen hat. Erdnüsse und Frühlingszwiebeln unterrühren, servieren.

Bei uns gab es dazu Berberitzenreis. Dafür 1 EL getrocknete Berberitzen gut aussortieren. Wer Berberitzensträucher kennt, weiß wieso. Die haben nämlich ganz üble Stacheln! Also gut anschauen und waschen, trockentupfen. In 1 EL Öl anschwitzen, 1 Tasse Reis mit anschwitzen, Salz dazu, mit 2 Tassem Wasser aufgießen und wie gewohnt dünsten.

Mittwoch, 4. Mai 2011

Asiatische Nudeln mit Garnelen


Hier kommt noch so ein Essen, das bei uns immer wieder auf den Tisch kommt - vor allem, wenn ich gerade wieder mal frische Kaffir-Limettenblätter ergattern konnte. Da ich meistens mehr kaufen muss, als ich auf einmal verbrauchen kann, wandern die restlichen Blätter in den Tiefkühler, wo ihr Aroma recht gut erhalten bleibt. So schauen sie aus:



Zutaten für 2 Personen:
4 Kaffirlimettenblätter
Sesamöl
1/2 l Kokosmilch
1 Knoblauchzehe
1 daumengroßes Stück frischer Ingwer
1 Chilischote
4 EL Fischsoße
2 Stängel Zitronengras
1/2 Bund Koriandergrün (Stiele nicht wegwerfen!)
2 Frühlingszwiebeln
1 Packung asiatische Nudeln (200 g)
200 g Garnelen aus Biozucht

Die Stiele vom Koriander, die weißen Teile der Frühlingszwiebel, Chili, geschälten Ingwer und Knoblauch im Zerkleinerer schreddern, aber nicht zu einer Paste verarbeiten, sondern grob zerhächseln. Diese Zutaten in 1 EL Sesamöl mit den Kaffirlimettenblättern sanft für ca. 10 min. braten.


Die Gewürze mit der Kokosmilch aufgießen, mit der Fischsoße würzen. Das Zitronengras nur der Länge nach halbieren, damit man es am Ende der Garzeit besser herausfischen kann. Das Grün der Frühlingszwiebeln in feine Ringe schneiden, die Hälfte davon zur Seite stellen, die nimmt man dann als Deko. Alles gemeinsam einkochen lassen. Gegen Ende die Garnelen zufügen und ein paar Minuten in der Soße ziehen lassen.
Während die Soße köchelt, kocht man die Asia-Nudeln nach Packungsanweisung. Korianderblätter hacken und mit den restlichen Frühlingszwiebeln zur Soße geben. Nudeln unter die Soße mengen, servieren.