Mittwoch, 22. Januar 2014

Grießschmarrn mit Pomeranzensauce

Meine liebe Feundin Sina hatte mir lange Zähne gemacht und Grießschmarrn gekocht. Ihr folgte Roger und machte die Schweizer Variante, nämlich Griess-Kratzete draus. Wie immer humple ich dann irgendwann hinterher und mach auch irgendwie sowas. Sina hatte geschrieben, ihr Rezept habe sie ziemlich gefuchst, weil der Schmarrn keine Krusterln kriegen wollte - sie hat zwar nach eineinhalb Stunden den Schmarrn bezwungen, aber ich wollte ihr diese lange Zubereitungszeit dann doch nicht nachmachen. Mein Weg führte mich wie so oft bei österreichischen Rezepten zum Sacher Kochbuch und ich wurde fündig. Es hat zwar immer noch so um die 50 Minuten gedauert, bis der Schmarrn fertig war, aber ein bissi eine Zeitersparnis war es doch.

Zwei kleine Änderungen habe ich beim Originalrezept vorgenommen: statt der Rosinen habe ich in Orangensaft eingeweichte Cranberries genommen, statt Zitronenschale habe ich Orangenschale über den Schmarrn gerieben.

Heiß wird der Schmarrn mit Zitrusschale und Staubzucker bestreut, dann ab damit ins Rohr.

Für 4 Hauptspeisportionen (Laut Sacherkochbuch 6 Portionen, aber ich nehme an, das sind Nachspeisportionen - so verfressen sind wir dann doch wieder nicht, hoffe ich!)

1/2 l Milch
1 Prise Salz
200 g grober Weizengrieß
50 g Butter
1 Ei

100 g Butter
20 g Staubzucker
50 g Rosinen (ich: in Orangensaft eingeweichte Cranberries)
geriebene Zitronenschale (ich: Orangenschale)

Staubzucker zum Bestreuen

Backrohr auf 180 Grad vorheizen.

Milch mit Salz und Butter zum Kochen bringen, den Grieß unter Rühren einrieseln lassen. Im Kochbuch steht, dass man die Masse dick einkochen lassen soll, aber bei mir war die ohnehin sofort dick, sodass ich da gar nichts kochen musste. Jedenfalls lässt man sie abkühlen und rührt dann das Ei ein. Bei mir kamen die Cranberries zum selben Zeitpunkt wie das Ei zur Schmarrnmasse.
Dann schmilzt man die Butter bei mittlerer Hitze in einer ofenfesten Pfanne, kleistert die Grießmasse da rein und brät sie sanft an. Im Sacherkochbuch kommt die Masse ins Backrohr und wird dort 20 Minuten gebraten. Bei mir dauert es am Herd ca. 10 min.
Mit einer Gabel zerkleinern. Wenn jemand keinen Grießschmarrn kennt: Die Masse lässt sich nicht so zerreißen wie normaler Kaiserschmarrn, sondern sie ist eher bröselig. Daher nicht rühren, weil sonst zerbröselt alles und man hat keinerlei brauchbare Konsistenz. Die Grießmasse mit Staubzucker und geriebener Zitrusschale bestreuen, nun heißt es auch bei mir ab ins Backrohr.  Da karamellisiert der Grießschmarrn nun 20 Minuten (manchmal auch viel länger!), bis er schön braune Karamellkrusteln bekommt.

Als Beilage passen Röster, Kompotte oder Apfelmus. Ich habe eine Bitterorangensauce gemacht, die ich schon einmal verbloggt habe.


Sehr brav: Er hat brav Krusterln bekommen im Rohr.
Nachdem ich auch nicht so gern in Blogs herumsuche, kopiere ich die bereits hier verbloggte Pomeranzensauce einfach noch einmal hier rein.

Für die Sauce:
1 Kilo Bitterorangen - unbedingt Bio!
1/2 l Mineralwasser
200 g Zucker
1 Stamperl Orangenlikör

Mineralwasser und Zucker aufkochen und ca. eine halbe Stunde einreduzieren. In der Zwischenzeit die Pomeranzen mit einem Sparschäler schälen, die Schale in feine Streifen schneiden. Die Orangen auspressen. Wenn aus Zucker und Wasser hellbrauner Karamell entstanden ist, gibt man den ausgepressten Orangensaft (am besten durch ein Sieb von wegen winziger Kernchen) und die Schalenstreifen dazu, lässt alles 15 - 20 Minuten einkochen, bis die Sauce eine dickflüssige Konsistenz hat. Mit dem Orangenlikör abschmecken.

Quelle für die Sauce: Maria Luisa kann nicht anders
Der fertige Schmarrn mit der Pomeranzensauce
Die Sauce ist ein wahrer Geschmackshammer! Wirklich gut, aber extrem dominant. Man kann sie sicher nicht mit jeder Mehlspeise kombinieren, die braucht ein deftiges Gegengewicht. Der rustikale Grießschmarrn passt auf jeden Fall.
Man braucht auch nicht viel von der Sauce - ein Esslöffel pro Portion reicht eigentlich aus. Wir haben dieses Mal versucht, die Überreste einzufrieren. Ich bin gespannt, wie sich die Sauce tut, wenn ich sie auftauen werde.

Kommentare :

  1. Der ist dir äußerst gut gelungen!
    Und mit der Pomeranzensauce stell ich mir das sehr delikat vor!

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    1. Danke! :)
      Ja, der Schmarrn war echt gut und die Sauce ein Hammer.

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  2. Au prima....noch diese Woche kriege ich Pomeranzen; ich bin schon gespannt!

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    1. Wenn ich Pomeranzen kriege, dann ist diese Sauce mittlerweile ein Muss für mich.

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  3. Oh nur ein Ei im Schmarrn? Könnte ich dann ja auch mal machen, dass sollte ich noch vertragen. Kenne bisher nur Rezepte mit mehr Ei drin... Den Klassiker halt, wo das Eiweiß dann untergehoben wird.

    Ach, jetzt freue ich mich schon auf Schmarrn am Wochenende :D

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    1. Du musst gar kein Ei in den Grießschmarrn reingeben. Der geht auch ganz ohne. Steht extra beim Rezept dabei.
      Aber der Schmarrn ist wirklich anders in der Konsistenz wie ein Kaiserschmarrn.

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  4. Das könnte mir jetzt auch gerad gefallen, da mich der Grippus erwischt hat.

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    1. Oh je, Kornelia, das tut mir leid, dass du krank bist. Ich wünsche dir gute Besserung!

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    2. Danke für die Genesungs-Wünsche. Es wird schon wieder werden.

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  5. Grießschnitten, Grießschmarren.....- Kindheitserinnerungen und auch heute noch heiß geliebt von mir. :-)
    Sieht köstlich aus.

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    1. Geht es dir auch so mit dem Grieß, dass der so eine Sache aus der Kindheit ist? Grießnockerln ist auch noch etwas, das hier im Blog fehlt, die habe ich schon Ewigkeiten nicht mehr gemacht, dabei wär das so eine tolle Suppeneinlage! Keine Ahnung, wo mir der Grieß im Laufe des Lebens abhanden gekommen ist.

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  6. Die Sauce ist notiert und, mist, das Sacherbuch habe ich letzte Woche wieder abgegeben, der Griesschmarrn ist mir gar nicht darin aufgefallen, wie gut, dass du ihn gepostet hast. :-)

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    1. Du hast wahrscheinlich schon das neue Sacher Kochbuch gehabt. Meines ist schon relativ alt, fällt fast auseinander, ein paar Seiten sind verschwunden, aber immer wieder leistet es gute Dienste.

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  7. Klasse Idee, Cranberries gefallen mir auch besser als Rosinen. Warum muss man soviel Wasser zum Zucker geben, wenn man ihn dann doch nur wieder zu Karamell kocht?

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    1. Liebe Petra,
      ich habe vergessen, dass ich dieses Mal dazuschreibe, woher das Rezept stammt. Das hole ich sofort nach. Ich kannte diese Art, Karamell zu machen, bis dahin noch nicht, und habe es einfach ausprobiert. Für dieses Rezept glaube ich, dass es so mehr Sinn hat: Nach einer halben Stunde Kochen ist noch nicht das ganze Wasser verdampft, das heißt, es ist kein Karamell wie einfach Zucker schmelzen, sondern doch wässriger. Ich denke, dass einem das wahrscheinlich von der Geschmacksintensität die Schuhe ausziehen würde, wenn man diesen Bitterorangengeschmack nicht ein bissl verdünnt, was durch diese Technik geschieht.
      Ich hab das noch nie erlebt, dass nach einer Orangensauce die Zunge kribbelt. Genau das passiert mir bei dieser Sauce aber immer. Die ist echt an der Grenze zu "too much".

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    2. Danke für deine ausführliche Antwort! Ich kenne es schon, dass man Wasser und Zucker zusammen einkocht. Mich hat hier aber einfach die große Menge an Wasser gewundert, die dann wieder rausgekocht werden muss.

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    3. Was der Grund für diese Menge an Wasser ist, weiß ich auch nicht. Aber das ist nicht das Einzige, was ich an diesem Kochbuch nicht verstehe. ;)

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  8. Ihr Österreicher immer! Kenne süße Hauptgerichte ja nicht hier in Deutschland, aber vermiss sie so ein bisschen. Ich habe tatsächlich noch nie irgendeinen Schmarrn gegessen, aber sollte es mal in Angriff nehmen :-) Kann doch nicht so kompliziert sein, oder?

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    1. Liebe Aniko,
      Schmarrn ist wirklich nicht kompliziert. In meinem neuen Lafer-Kochbuch, der ja auch Österreicher ist, gibt es so viele Schmarrn-Arten, die ich auch alle noch nicht kenne. Pikanten Schmarrn gibt es in dem Kochbuch, so etwas habe ich auch noch nie gegessen.

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  9. Ich liebe Grißschmarrn. Mit Pomeranzensosse muss der ein absolutes Gedicht gewesen sein.

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    1. Nachdem ich den schon Jahre nicht mehr gegessen habe, war er auf jeden Fall ein Genuss! Ich hab keine Ahnung, wie ich Grießsschmarrn so lang vergessen konnte.

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